FeedGodesberg
ErdkundeBrockhaus 1882

Godesberg, Pfarrdorf im Regierungsbezirk Köln der preuß. Rheinprovinz, im Kreise und 6,8 km oberhalb Bonn unweit vom linken Rheinufer in der Ebene nahe dem Ausgang des engern abenik thals gelegen, Station der Linie Köln-Bingerbrück der Preußischen Staatsbahnen, hat eine der deutschen Kaiserin gehörige Burgruine auf einem 75 m hohen Bergkegel, stattliche Privatgebäude rhein. Kaufleute, eine 1860 — 62 nach dem Plane von Statz im Spitzbogenstil erbaute katholische und zwei neue evang. Kirchen, eine höhere mehrere läd eine engl. Knabenerziehungsanstalt, mehrere Mädchenpensionsanstalten, eine frequente Kaltwasserheilanstalt und eine schon den Römern bekannt gewesene alkalinisch salinische Stahlquelle, Draitsch oder Sauerbrunnen genannt, mit eleganten Bade⸗ und Trinkeinrichtungen, und zählt (1880) 2815 E. Das Schloß G. wurde vom kölner Erzbischof Dietrich von Heinsberg 1210—13 großenteils aus dem Material [der dort gestandenen uralten Michaeliskapelle erbaut, war 1582 der Zufluchtsort des protestantisch ewordenen und daher abgesetzten Erzbischofs Gebhard „wurde aber 1583 von Herzog Ferdinand von Bayern eingenommen und teilweise gesprengt. Später demolierten es die Franzosen fast gänzlich; nur der 30 m hohe, um 1340 vom kölner Erzbischof Walram von Jülich erbaute Schloßturm ist unversehrt und gewährt eine ungemein reizende Aussicht auf das Siebengebirge und einen großen Teil des Rheinthals. Nahebei an der Straße nach Bonn steht das Hochkreuz, eine vom Erzbischof Walram von Jülich erbaute got. Spitzsäule, 10 m hoch, 1854 restauriert. Die Einwohner betreiben Kunstgärtnerei und ein Alaunwerk. G. ist wahrscheinlich die Ara Ubiorum des Tacitus. Vgl. Gerber, Kurze Mitteilungen über den Kur⸗ und Badeort G. (Bonn 1874); Langewiesche, «G. und seine Umgebungeno (Godesb. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 147Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6