Godehard, der Heilige, Bischof von Hildesheim 1022—38, war der Sohn eines Dienstmanns des Klosters Nieder-Altaich in Bayern und seit 996 Abt daselbst. Der Nachdruck, mit welchem er die verwilderte Klosterzucht herstellte, bewirkte, daß ihm auch andere Klöster, wie Tegernsee und Hersseld, zur Reformation anvertraut wurden. aber suchte zugleich auch die Whe Thätigkeit zu fördern, wie er denn auch, bald nachdem er 1022 Bischof von Hildesheim geworden war, dort eine Schule gründete, welche ihrerseits wieder Lehrer Im andere Anstalten abgab. Hildesheim dankt ihm den großartigen Münsterbau und die Beendigung des langen Streits mit dem Erzbischof von Mainz wegen der Diöcesanrechte über Gandersheim. Als Förderer der bald siegreichen kirchlichen Reform wurde er 1131 heilig gesprochen. Sein Leben wurde noch bei iebe Lebzeiten von einem seiner Schüler aus Hildesheim, Wolfhere, welcher auch in Altaich Nachrichten sammelte, ausführlich beschrieben. Derselbe machte nach dem Tode G.s eine zweite Bearbeitung, in welcher auch das Ende und die Wunder des Bischofs behandelt sind. Sie ist abgedruckt in „Monumenta Germaniae historica (4Script.v, Bd. 11). Vgl. Lüntzel, „Geschichte der Diöcese und Stadt Hildesheim v (Bd. 1, Hildesh. 1858). Goedeke (Karl), verdienter deutscher Litterarhistoriker, geb. 15. April 1814 zu Celle, studierte, in Ilfeld vorgebildet, in Göttingen bis 1838 Philologie, lebte dann in Celle, später in Hannover, seit 1859 in Göttingen, mit litterarischen Arbeiten beschäftigt und wurde 1873 zum außerord. Professor der Litteraturgeschichte an der dortigen Universität ernannt. Seine litterarische Thätigkeit begann er unter dem Namen Karl Stahl mit dem Drama «König Kodrus, eine Mißgeburt der Zeite (Lpz. 1839), welches ein Ausdruck der damals verbreiteten Mißstimmung war, und mit feinen, frisch gezeichneten Novellen» (Celle 1841), denen ein Novellen-Almanacho (Hannov. 1842) folgte. Später wandte sich G. der deutschen Litteraturgeschichte zu und lieferte zunächst auf diesem Gebiet eine Reihe von Monographien und Sammlungen, die durch sorgfältige Kritik und geschmackvolle Behandlung einen hervorragenden und bleibenden Wert besitzen. Dahin gehören «Knigges Leben und Schriften» (Hannov. 1844), «Pamphilus Gengenbach» (Hannov. 1856) und „Every-Man, Homulus und Hekastusv (Hannov. 1865); ferner die litterarhistor. Chrestomathien: «Deutschlands Dichter von 1813 bis 1843 (Hannov. 1844), 4Elf Bücher deutscher Dichtung von Seb. Brant bis auf die Gegenwarty (2 Bde., Lpz. 1849) und Deutsche Dichtung im Mittelaltero (Hannov. 1854; 2. Aufl., Dresd. 1871), Geschäftsbriefe Schillerso (Lpz. 1875). Sein Hauptwerk bildet der ungemein reichhaltige «Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtunge (4 Bde., Dresd. 1859—81). G. lieferte ferner die Biographien und Einleitungen zu den stuttgarter Ausgaben der deutschen Klassiker (Schiller, Lessing und Goethe, 1865 0 aus denen auch sein Buch Goethes Leben und Schriften (Stuttg. 1874) hervorging, und leitete die histor.⸗kritische Ausgabe von «Schillers sämtlichen Schriftend (17 Bde., Stuttg. 1867—76). Im Verein mit Julius Tittmann (gest. 17. Jan. 1883) gab G. die Sammlungen: Deutsche Dichter des 16. dche d. (Bd. 1— 18, Lpz. 1867 — 83) und «Deutsche Dichter des 17. Jahrh. » (Bd. 1—15, Lpz. 1869—83) heraus.