FeedGoldingen (lett. Kuldiga)
ErdkundeBrockhaus 1882

Goldingen (lett. Kuldiga), Kreisstadt im russ. Gouvernement Kurland, an der Windau, hat eine evang. und eine röm.⸗kath. Kirche, eine Synagoge, eine Kreisschule, eine jüd. Schule, ein Theater, Krankenhaus und eine Armenanstalt und zählt (1881) 4752 E., worunter etwa 1200 Juden. G. ist seit dem 17. Jahrh. berühmt durch den eigentümlichen Lachs- und Wimgall⸗(Cyprinus Wimba L.) Fang, der unterhalb eines Wasserfalls durch alten Kaut Körbe betrieben wird. Bereits die alten heidnischen Kuren besaßen hier am Kuldijöggi (Goldfluß), einem Nebenflusse der Windau, den die Deutschen Oldenbeke nannten, die Burg Kulding. Als die Deutschen Ordensritter im 13. Jahrh. auch diese Burg den Kuren abnahmen, erbaute der livländische Ordensmeister Dietrich von Gröningen 1248 auf der gegenüberliegenden linken Seite der Windau eine Burg. Die Ordensburg G. war bald wegen ihrer Lage und Größe die erste Komturei Kurlands und herrschte über ein großartiges Ländergebiet, welches bis 1328 selbst Schloß und Gebiet Memel umfaßte. Das Schloß wurde 1709 zerstört. Vgl. Hennig, Geschichte der Stadt G.v (Mitau 1809).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 164Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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