Goltz (Kolmar, m8. Mit von der), aus der Linie Domnau, preuß. Militärschriftsteller, geb. 12. Aug. 1843 zu Bielkenfeld bei Labiau in Ostpreußen, wurde vom 12. Jahre ab im Kadettenkorps (in den Anstalten zu Kulm und Berlin) erzogen und trat als Offizier 1861 in das preuß. 41. Infanterieregiment. In den J. 1864—67 besuchte G. die Kriegsakademie zu Berlin und nahm am Feldzuge im J. 1866 in seinem Regiment, welches zur Armee des Kronprinzen (1. Armeekorps) gehörte, teil, wurde jedoch gleich zu Beginn der Operationen 27. Juni bei Trautenau verwundet. Im J. 1868 wurde G. zur Dienstleistung bei der topogr. Abteilung des Großen Generalstabes kommandiert und nahm in diesem, sowie dem folgenden Jahre an den Feldarbeiten der Landesaufnahme teil. Bei der Mobilmachung im J. 1870 trat G. als Generalstabsoffizier in das Oberkommando der Zweiten Armee (Prinz Friedrich Karl von Preußen), nahm an den Schlachten bei Vionville Mars-la-Tour, von Gravelotte, der Einschließung von Metz bis zur Kapitulation, sowie an den Schlachten bei Orléans, den Kämpfen an der Loire und der Schlacht bei Le Mans teil, kam nach dem Friedensschlusse zunächst als Lehrer an die Kriegsschule zu Potsdam, wurde jedoch schon im Okt. 1871 als Hauptmann in den Großen Generalstab versetzt und der kriegsgeschichtlichen Abteilung desselben überwiesen. V dieser Stellung veröffentlichte er zwei wertvolle Werke: »Die Operationen der Zweiten Armee bis zur Kapitulation von Metz » (Berl. 1873) und «Die sieben Tage von Le Mans (Berl. 1873), welche Aufmerksamkeit erregten durch die ansprechende Form der Darstellung und die S. 1544 wud und Objektivität des Inhalts. Im J. 1874 wurde G. zum Generalstabe der 6. Division versetzt und veröffentlichte abermals zwei Werke: «Die Operationen der Zweiten Armee an der Loire » (Berl. 1875) und 4Léeon Gambetta und seine Armees (Berl. 1877; auch in franz. Sprache erschienen). Das zuletzt genannte Werk erregte wegen einiger, über die Dauer der aktiven Dienstzeit und Gambettas Wirken ausgesprochener Meinungen Ärgernis. Es erfolgte die sofortige Versetzung des Verfassers in das 96. Infanterieregiment. Doch wurde G. schon 1878 wieder in die kriegsgeschichtliche Abteilung des Großen Generalstabes zurückversetzt und gleichzeitig als Lehrer der G im Mitarbe an der Kriegsakademie verwendet. (G. ist Mitarbeiter vieler, namentlich militärischer Zeitschriften und sucht durch populär geschriebene Artikel und öffentliche Vorträge dem größern Publikum das richtige Verständnis für militärische Zeitfragen zu vermitteln. Dies Ziel verfolgt auch: „Das Volk in Waffenp (2. Aufl., Berl. 1883). Von hervorragender kriegswissenschaftlicher Bedeutung ist die zuerst in Beiheften des Militär-Wochenblattso und dann als selbständiges Buch erschienene Schrift Roßbach und Jena (Berl. 1883). Im Juni 1883 wurde G. nach Konstantinopel beurlaubt, um dort, einem Antrage der türk. Regierung entsprechend, die Organisation und obere Leitung der türk. Militärbildungsanstalten zu übernehmen, und schied gegen Ende August als Oberstlieutenant z. D. aus dem aktiven preuß. Militärdienste aus, um in den berüht der hollan zu treten.