FeedGörbersdorf
ErdkundeBrockhaus 1882

Görbersdorf, Dorf mit 867 meist evang. E. im Kreise Waldenburg des preuß. Regierungsbezirks Breslau, 6 Em nordöstlich der Station Friedland (Breslau-Schweidnitz-Freiburger Bahn) und 9 km südwestlich der Station Dittersbach (Schlesische Gebirgsbahn), 534 mehoch in einem engen Thale desjenigen Teils der Sudeten gelegen, welcher das Riesengebirge mit dem Eulengebirge verbindet. Hier gründete 1854 Dr. Brehmer seine Heilanstalt für Lungenkranke und bewies durch seine Erfolge, daß die Lungenschwindsucht heilbar ist. Seine dahin führende Methode ist wesentlich begründet auf der geschuhten Lage im höhern Gebirge, wo Schwindsucht, wie er nachgewiesen hat, nicht mehr vorkommt; ferner auf steter ärztlicherlberwachung und Regelung der Lebensweise, dem Genuß von frischer Bergesluft, fettreicher Kost und der Hautkultur durch Abreibungen, Douchen u. s. w. Die mit der Anstalt verbundenen Anlagen, die in ihrer Zweckmäßigkeit unerreicht sind, unterstützen die Heilung wesentlich. Von den ungefähr 700 Patienten, die jährlich G. besuchen, bleiben viele daselbst auch im Winter. Große erwärmte Wintergärten gestatten den Kranken jederzeit Bewegung. Auch im Winter ist bei ruhigem Wetter den Kurgästen ein Ausflug gestattet. Die Promenadenwege in einer Ausdehnung von 6 km werden auch im Winter schneefrei erhalten. Die das Thal umgebenden Tannen⸗ und Buchenwaldberge sind 900—950 mehoch. Von der Burgruine Freudenberg auf dem Roten Steine bietet sich eine lohnende Aussicht nach der böhm. Seite des Riesengebirges. G. gehört zum reichsgräfl. von Hochbergschen Majorat und ist im Besitz des Fürsten von Pleß. Vgl. Palleske, Der Kurort G.» (Berl. 1872); Busch, «Die Görbersdorfer Heilanstalto

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 197Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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