Gargonlogis, eine in der Regel in Aftermiete an unverheiratete Herren vermietete Wohnung, bestehend aus einem oder mehrern möblierten Zimmern (chambres garnies). Garczynski (Stephan), poln. Dichter, geb. 13. Okt. 1806 in Kosmowo bei Kalisch, besuchte die Schulen in Tremessen und Warschau, bezog 1825 die Universität in Berlin und wandte sich mit Eifer Hegels Philosophie zu. Durch Mickiewicz, mit dem er 1829 in Rom zusammentraf und dem er sich aufs innigste anschloß, angeregt, entwickelte sich sein Dichtertalent. Nach dem Ausbruche der Revolution von 1830 eilte er nach Polen in die Reihen des vaterländischen Heeres, trat mit diesem nach Preußen über und begab sich nach Dresden, darauf nach Avignon, wo er am 20. Sept. 1833 starb. Seine Gedichte Poezyer (Par. 1833 und 1860, Lpz. 1860 als Bd. 1 der BBiblioteka pisarzy polskicho), in denen sich die glühendste Vaterlandsliebe ausspricht, sind Kriegssonette, Elegien, das hauptsächlichste ist das epische Gedicht KWaclawa dziejen (Wazlaws Thateno); es schildert, an Goethes Faust anklingend, den Kampf des Gefühls und Verstandes durch alle Stadien des Zweifels, der Trostlosigkeit, der Hoffnung, ohne zur Harmonie zu gelangen, und zuweilen ins Mystische überschreitend. Gard oder Gardon (Vardo), einer der rechten Nebenflüsse des Rhöne, der einem Departement Südfrankreichs den Namen gibt, bildet sich in dem zu den Cevennen gehörigen Hochlande Gevaudan aus dem 62 km langen Kleinen G. oder Gardon „(d'Alais (aus 1354 m Höhe in den Lozere-Cevennen) »und dem 72 km langen Gardon d'Anduze, der 1073 m hoch entspringt und oberhalb Anduze den Gardon de Mialet aufnimmt. Nach der Vereinigung der reißenden Bergwässer fließt der G. durch die Ebene Gardonnenque über Ners, Boucoiran und St.⸗Anastasie, in welcher ihn die Eisenbahn schneidet, und tritt in ein prächtiges Erosionsthal mit teilen Felswänden und mit zahlreichen Höhlungen und Windungen, wie in einen gemauerten Kanal; er verliert dabei sein Wasser zeitweise gänzlich. Aber zwischen der Steinbrücke von St.⸗Nicolas und der Hängebrücke von Collias, in ebenso malerischen und öden Defilés, wie die von St.⸗Anastasie, kommt er in einer Fülle von schönen Quellen wieder zu Tage, welche zusammen in der Sekunde gegen 3000 1 Wasser geben. Beim Austritt aus den Colliasschluchten, wo er den aus den schönen Quellen des Uzos entstehenden Alzon aufnimmt, fließt er unter dem berühmten Pont du Gard ( unten) hindurch über Remoulins und mündet, ohne schiffbar zu sein, zwischen Aramon und Beaucaire nach einem 140 kmulangen Laufe. Das Departement Gard, aus den früher oberlanguedocschen Landschaften Nemosez, Alais, Uzegais zusammengesetzt, bildet die Diöcese des Bischofs von Nimes und zählt auf 5835,56 qkm (1881) 415629 E., darunter 120000 Protestanten. Das Departement hat zur Hauptstadt Nimes (s. d.) und zerfällt in die 4 Arrondissements Nimes, Alais, Uzes und Le Vigan, in 40 Kantone und 350 Gemeinden. Der westl. Teil gehört zum Gebirgslande der Cevennen, die hier im L'Aigoual 1567 m Höhe erreichen und in Men Verzweigungen großenteils mit Kastanien und Maulbeerbäumen, in den höhern Regionen mit Eichen, Buchen und Nadelholz bestanden sind. Gegen den Rhöne hin ist das Land terrassenförmig abgedacht und geht in eine herrliche, von quellenreichen, rebenbepflanzten Höhen durchzogene Wellenebene über. Nur der äußerste Süden ist eine ganz flache, von salzigen Morästen, Sümpfen, Strandlagunen, Seen und Sandstrecken erfüllte Niederung. Zu den Gewässern gehören, außer dem G., der Rhöne an der Ostgrenze und dessen Zuflüsse Ardeche (an der Nordgrenze), Cöze, Vistre, Vidourle. Dazu kommt der oberste Lauf des Herault und des Tarnzuflusses Dourbie. Das Klima ist im allgemeinen sehr mild, doch veränderlich und nicht ohne starke Gegensätze, einen großen Teil des Jahres hindurch windig. Von der Bodenfläche kommen 25 Proz. auf AÄcker, nur 0,15 Proz. auf Wiesen, 22 Proz. auf Heide⸗ und Weideland, 20 Proz. auf Waldung 7 971 Proz. auf Kastanienpflanzungen und 11, Proz. auf Weinberge. Die Haupterzeugnisse des Feld- und Gartenbaues sind Wein, Seide, Oliven, Obst und Kastanien. Auch baut man um Gallargues (im Südwesten von Nimes) die zur Bereitung von Lackmus benutzte Tournesolpflanze (Croton tinctorium), hier wie bei Montpellier Maurelle genannt, und den gemeinen Ricinus. Gegenüber der Zucht von feinwolligen Schasen, von Schweinen, Ziegen und Eseln ist die des Rindviehs auffallend gering. Getreide erntet man nicht so viel, als die ziemlich starke Bevölkerung (71 auf 1 qkm) bedarf, dagegen Wein in gewöhnlichen Jahren über 1 Mill. Hektoliter. Im J. 1875 gewann man auf 87 779 ha 1304 774 hl, und infolge der Reblaus 1878: auf 17487 ha nur 124721 hl. Die Bewohner Adert sich somit genötigt gesehen, sich ganz dem Ackerbau hinzugeben, welcher bisher nur für ein Drittel der Bevölkerung Frucht gab. Außerdem bilden Honig und Wachs, Olivenöl, Wolle, Seide (3 200 638 kg Cocons, d. i. ein Viertel der franz. Ernte im J. 1876) und verschiedene Gewebe die Hauptzweige des Verkehrs mit [den andern Departements und dem Auslande. Sehr bedeutend sind auch die Mineralschätze (Eisen, Steinkohlen, auf 25000 ha jährlich 1 775000 t, d. i. ein Zehntel der franz. Produktion, Antimon, Bleiglanz u. s. w.) des Landes. Die großartigen SSalzwerke in dem Küstenstrich Peccais bei Aigues-Mortes beschäftigten sehr viele Arbeiter. Die Zahl der Steinbrüche, auch Marmor und Gips, sowie der Mineralquellen ist groß. Die Industrie hat in neuerer Zeit einen bedeutenden Aufschwung genommen und das Departement behauptet in dieser Hinsicht den ersten Rang im Süden Frankreichs. Namentlich blühen die Seiden-und Wollzeugfabriken, erstere vor allen in Nimes, dann in Sauve, Uzes, Arre mit der größten Fabrikation von Seidenstrümpfen im Süden, die Produktion und Fabrikation in Eisen, Gerberei; ferner Glas⸗, Seidenhut⸗, Papier-und Leimfabrikation, Baumwollspinnereien und Webereien. Auch die Fertigung von Posamentierwaren, Färberei und Töpferei beschäftigt viele Hände. Die Seefischerei liefert eine große Menge von Fischen und Muscheltieren. Den Handelsverkehr fördern der schiffbare Rhöne, mehrere Kanäle und Eisenbahnen sowie die einst große Messe von Beaucaire. Der wichtigste Hafen ist noch immer Aigues Mortes, freilich durch Cette sehr gesunken. Das Land gehörte zu dem Narbonensischen Gallien, in welchem das Römertum sich am meisten befestigte und bedeutende Baureste (Nimes) hinterlassen hat. Eins der großartigsten und am besten erhaltenen Römerwerke überhaupt ist der 269 m lange Pont du Gard, fast 22 km im Nordosten von Nimes, in öder Gegend, 3 km vom Flecken Remoulins, bei welchem jetzt eine schmale Hängebrücke von 120 m Jochspannung über den G. führt. Dieser im reinsten tuscischen Stil unter Augustus aufgeführte Riesenbau bildet einen Teil einer röm. Wasserleitung, welche das Gewässer der Quelle Aure aus dem Thale Uzées (Ucetia) auf einer mit den Windungen über 40 km langen Strecke über das wilde Thal des G. (Vardo) nach der Naumachie von Nimes (Nemausus) leitete. Der Bau besteht aus drei übereinandergesetzten Reihen von Pfeilerbogen, von 6, 11 und 35Bogen, von denen die oberste die eigentliche Wasserleitung trägt. (S. Aquädukt mit Abbildung, Bd. I, S. 793.) Vgl. Bancal, «Géographie du département du Gardo (Par. 1879); Joanne, «Géographie du département du Gardo (Par. 1879).