FeedGöttweih
ReligionBrockhaus 1882

Göttweih, berühmte Benediktinerabtei in Niederösterreich, unweit der drei Städte Mautern, Stein und Krems, nahe dem rechten Ufer der Donau auf einer weithin sichtbaren Berghöhe gelegen, wurde 1072 von Bischof Altmann von Passau gestiftet und 1083 als in allen Teilen vollendet feierlich eingeweiht. Das Stift kam sehr bald zu so bedeutendem Reichtum, daß es das Stift zum klingenden Pfennige hieß. Dasselbe stand früher unter dem Bischof von Passau, gehört aber jetzt zur Diöcese von St. Pölten. Wie im Mittelalter wegen der litterarischen Thätigkeit der Mönche, so ist es noch gegenwärtig wegen seiner bedeutenden Bibliothek und seines an mittelalterlichen Urkunden reichen Archivs in großem Rufe. Nachdem es 1718 abgebrannt, wurde es im folgenden Jahre wieder aufgebaut. Berühmt ist das von Gottfried von Bessel, eigentlich aber von Franz Jos. von Hahn bearbeitete Chronicon, Gottwicenses (Bamb. 1732), durch welches zuerst eine lichtvollere Bearbeitung der Geographie Deutschlands mit Berücksichtigung der successiven Territorialveränderungen angebahnt wurde. Das vom göttweiher Benediktiner Carlin bearbeitete Saalbuch der Stifter (in den Schriften der kaiserl. Akademie) ist eine Fundgrube für die ältere Geschichte des Landes.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 244Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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