Goblet (Albert Joseph, Graf von Alviella), belg. General, geb. zu Tournai 26. Mai 1790, besuchte die franz. Militärschule zu St.⸗Cyr, dann die Polytechnische Schule und trat 1811 als Genielieutenant in die Artillerie-und Genieschule zu Metz über, aus welcher er 1813 zu der in Spanien stehenden Armee versetzt wurde. G. zeichnete sich bei der Verteidigung von San-Sebastian aus und nahm an der Schlacht bei Vittoria teil, trat nach der Restauration in holländ. Kriegsdienst und focht 1815 in den Schlachten bei Quatre-Bras und Waterloo. Nach dem zweiten Pariser Frieden stellte G. die Festungen Nieuport und Menin wieder her und wurde 1824 zur Dienstleistung bei dem Prinzen von Oranien kommandiert. Beim Ausbruche der Revolution eilte G. 1830 nach Brüssel und übernahm dort das Kriegsministerium mit der Absicht, das Heer zu reorganisieren und dem Prinzen von Oranien zuzuführen. Im J. 1831 leitete er die Operationen ziemlich unglücklich und wurde 1832 Minister der auswärtigen Angelegenheiten. Er bestimmte Frankreich zur Belagerung der Citadelle von Antwerpen und brachte einen vorläufigen Friedensvertrag mit Holland zu Wege, wurde 1833 Gesandter am berliner Hofe, trat aber von diesem Posten zurück und bearbeitete den Entwurf eines Verteidigungssystems der Nordgrenze Belgiens, der ihm die Ernennung zum Generalinspekteur der Festungen eintrug. Im J. 1837 ging G. als Gesandter und Berater der jungen Königin nach Portugal und wurde dort zum Granden und Grafen von Alviella ernannt, trat nach zwei Jahren wieder an die Spitze des Geniedienstes und war 1843—45 Minister der auswärtigen Angelegenheiten. Im J. 1854 trat er aus dem aktiven Dienste aus, nahm jedoch als Abgeordneter an den Staatsges chäften auch ferner regen Anteil. Von 1854 bis 1862 gehörte er der liberalen Partei der Kammer an; seine 1858 vorgelegten Entwürfe zur Verstärkung der Festung Antwerpen wurden schließlich angenommen. Er starb zu Brüssel 5. Mai 1873. G. schrieb: Des einq grandes puissances de I'Europe dans leurs rapports pol. et milit. avec la Belgiques und Dix huit mois de politiquep. Vgl. Juste, Le Lieutenant-Général G. (Haag 1872).