FeedHaiduken
GeschichteBrockhaus 1882

Haiduken (d. i. die Treiber, vom ungar. Worte hajdu, Plural hajduk) waren ursprünglich in Ungarn Viehhirten. Später bezeichnete das Wort eine Miliz zu Fuß, die sich von jedermann in Sold nehmen ließ und tapfer kämpfte. Die H. waren anfangs ohne Panzer und Sturmhaube, führten ein kurzes Feuerrohr und Säbel, außerdem eine Hacke (Fokos). Die besondere Ausdauer, womit sie Bocskai im Revolutionskriege beistanden, belohnte dieser Fürst, indem er den H. laut Urkunde vom 12. Dez. 1605 einen eigenen Distrikt zum Wohnsitz anwies und sie sämtlich mit Adelsrechten bekleidete. Die Schenkung wurde auch vom Reichstage von 1613 bestätigt, und mit Ausnahme der Steuerfreiheit, die ihnen Karl III. nahm, genossen die H. bis auf die neueste Zeit herab alle Adelsvorrechte. Im J. 1728 formierten die H. ein Regiment von 3000 Mann, welches jedoch 1741 aufgelöst wurde. Auch ihr Wohnsitz, der Haidukendistrikt, blieb völlig unabhängig, unterstand keiner Komitatsbehörde, sondern verkehrte unmittelbar mit der Landesregierung, beschickte den Reichstag u. s. w.; seit 1876 bildet er einen Teil des Haidukenkomitats. Später Hah der Name H. auf die Gerichtsdiener der ungar. ehörden und die Trabanten der ungar. Großen über. Ebenso wurden an deutschen Höfen H., wozu man die größten und wohlgenährtesten Leute aussuchte, zu Lakaien- und dergleichen Diensten gehalten, die jedoch zuletzt meist Deutsche waren. Im J. 1859 stellten die H. freiwillig eine Husarendivision (zwei Schwadronen).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 712Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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