FeedGraben
TechnikBrockhaus 1882

Graben bei Befestigungsanlagen ist eine Vertiefung, durch welche der zur Herstellung einer Anschüttung (Wall, Brustwehr) nötige Boden gewonnen wird. Der bequemen Erdförderung halber liegt der G. der Anschuttung meistenteils unmittelbar an. Liegt er dabei hinter derselben, so trägt er zugleich zur gedeckten Aufstellung des Verteidigers bei (s. Brustwehr); vor der Anschüttung ist der G. bei gehörigen Abmessungen und entsprechender Einrichtung ein Hindernismittel. Die Einrichtung des G. bei Feldschanzen s. unter Feldbefestigung, trockener und nasser G. in Festungen sowie Grabenverteidigung s. unter Festungsbau. Trockene Gräben bedürfen unbedingt einer Mauerbekleidung, um sturmfrei zu sein, und beanspruchen daher einen großen Kostenauf wand. Bei nassen Gräben ist Revétement entbehrlich, sie ergeben bei geringen Anlagekosten so lange Sturmfreiheit, als das Wasser nicht zufriert. Dann bilden sie aber kein Hindernis mehr. Nasse Gräben erschweren dem Angreifer ebenso gut den übergang als dem Verteidiger die Kommunikation nach außen. Der wechselnde 4 chwierg. macht die niedere Grabenverteidigung schwierig. Wo der nasse G. auf zugeleitetem Wasser baeuht, kann der Angreifer durch Zerstörung der Stananlagen unter Umständen den G. trocken legen. Die Möglichkeit, nasse Gräben anzuwenden, beruht auf den Bodenverhältnissen; ihr Vorkommen wird daher ein echeit im W. sein. Oft sind sie dann, der Sicherheit im Winter halber, noch mit Revetement versehen. Grabensohle ist die untere horizontale Fläche der Gräben. Wo diese ganz wegfällt, die vordere und hintere Böschung also unmittelbar zusammenstoßen, entsteht der Spitzgraben. Hauptgraben ist der die Hauptenceinte einer Festung unmittelbar begleitende G., im Gegensatze zu den Gräben der Außenwerke. Über lobe tengraben s. den Spezialartikel und Feld efestigung, Bd. VI, S. 643.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 255Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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