FeedGraff (Karl Ludw.)
BaukunstBrockhaus 1882

Graff (Karl Ludw.), Architekt und Schulmann, geb. zu Grabow in Mecklenburg 4. Mai 1844, erhielt durch seinen Oheim, den Hofbaurat Demmler in Schwerin, künstlerischen Unterricht und besuchte dann die Polytechnische Schule in Hannover und die berliner Akademie. Seine ersten Arbeiten, Bauten und Konstruktionen von Kirchen, gehören dem gotischen Stile an, seine spätern der Renaissance. Im J. 1870 begab sich G. nach Wien. Er war daselbst zuerst unter van der Nüll am Bau der Oper beschäftigt und entwarf dann unter Hasenauer vieles an der Architektur des Weltausstellungspalastes 1873. Im Jahre 1874 wurde er nach Dresden berufen, um nach dem Muster des Osterreichischen Museums und der wiener Kunstewerbeschule analoge Anstalten zu organisieren. Die Kunstgewerbeschule in Dresden, welche er durch Berufung ausgezeichneter Kräfte aus Wien emporzuheben wußte, gedieh rasch und gehört zu den besten deutschen Instituten dieser Richtung, wie dies unter anderm die Publikation ihrer Schülerarbeiten von 1881 bis 1883 (Dresden) beweist. G. ist auch als Asthetiker in dem Fache des Kunstgewerbes mit Erfolg hervorgetreten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 269Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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