FeedGräter (Friedr. David)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gräter (Friedr. David), ein um die nordische Altertumskunde verdienter Forscher, geb. 22. April 1768 in der damaligen Reichsstadt Schwäbisch-Hall, war seit 1789 am Gymnasium seiner Vaterstadt angestellt und wurde 1818 Rektor des Gymnasiums zu Ulm und später zugleich Pädagogarch der gelehrten Schulen des Donaukreises. Nachdem er sich 1827 hatte in Ruhestand versetzen 7— starb er zu Schorndorf in Württemberg 2. Aug. 1830. Zur Herausgabe seiner Nordischen Blumeno (Lpz. 1789) wurde er vorzugsweise durch Schlözer veranlaßt, er in seiner Allgemeinen nordischen Geschichter über nordische Mythologie und Dichtkunst vielfach irrige Ansichten dargelegt hatte. Der allgemeine Beifall, mit welchem man diese Schrift aufnahm, veranlaßte ihn, mit C. G. Böckh ein allgemeines litterarisches Magazin für die deutsche und nordische Vorzeit zu begründen, das zuerst unter dem Titel „Bragurv (3 Bde., Lpz. 1791 —-94) erschien, und das er dann mit Häßlein unter dem Titel „Braga und Hermodey (4 Bde., Lpz. 1796—1802; nebst «Allgemeines Repertoriumo von Heinze, Lpz. 1804) fortsetzte. Im J. 1812 begann er die Altertumszeitung „Odina und Teutonay (Bd. 1, Bresl.), an deren Stelle dann die Zeitschrift Idunna und Hermodey (4 Bde., Bresl. 1812 — 16) trat. Unter seinen übrigen Schriften sind zu erwähnen die übersetzung von Suhms „Geschichte der nordischen Fabelzeitv (Lpz. 1804) und „Zerstreute Blätterv (2 Bde., Ulm 1822 — 24). Der „Briefwechsel zwischen Jakob Grimm und G.v wurde (Heilbronn 1877) von H. Fischer herausgegeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 306Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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