FeedGrätz (auch Gräz, poln. Grodzisko)
ErdkundeBrockhaus 1882

Grätz (auch Gräz, poln. Grodzisko), Stadt in der preuß. Provinz und im Regierungsbezirk Posen, Kreis Buk, 10 km im SSW. von Opalenica (Station der Märkisch-Posener Bahn), zählt (1880) 3701 E. (davon 2175 Katholiken, 859 Evangelische und 656 Juden; 1800 Polen), ist Station der Secundärbahn Opalenica-G. der Preußischen Staatsbahn, Sitz eines Amtsgerichts und hat Ackerbau, Viehzucht, eine Briefumschläge⸗ und Dütenfabrik, eine Dampfmahlmühle, eine Färberei, Lederfabrikation, starke Bierbrauerei und Getreidehandel. Das Rittergut Schloß-G. und die ganze Umgegend treiben bedeutenden Hopfen- und Flachsbau. Am 28. April 1848 nahmen preuß. Truppen mit zwei Geschützen die von poln. Insurgenten verteidigte Stadt mit Sturm. Graetz (Heinr.), namhafter jüd. Historiker, geb. 31. Okt. 1817 zu kions in der Provinz Posen, besuchte das Gymnasium zu Oldenburg und 1840—44 die Universität Breslau. Im J. 1853 erhielt er einen Ruf an das jüd.⸗theologische Seminar zu Breslau, ward 1870 zum Professor an der Universität daselbst ernannt und übernahm 1869 die Redaction der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums». Von seinen Schriften sind besonders hervorzuheben: Gnostizismus und Judentum (Krotoschin w1846) und vorzüglich die Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwarte (11 Bde., Lpz. 1853—76), die in mehrere fremde Sprachen übersetzt wurde. Außerdem gab G. eine Übersetzung und einen Kommentar des Predigers (Opz. 1871), des Hohen Liedes (Wien 1872) und der Psalmen (2 Bde., Bresl. 1882 —83) heraus. Gran ist die durch Verdünnung oder durch Versetung mit Weiß aus dem Schwarz entstehende Farbe, welche in verschiedenen Abstufungen als hellrau, dunkelgrau, schwarzgrau erscheint, von kleinen Beimischungen anderer Farben (blau, gelb, rot, braun, grün) mannigfach nuanciert wird und danach die entsprechenden Namen blaugrau oder bläulichgrau, gelblichgrau, rötlichgrau, bräunlichgrau, grünlichgrau erhält, auch nach mehrern grauen Naturgegenständen charakteristisch benannt wird, wie perl-Orau, eisengrau, stahlgrau, bleigrau, filzgrau, schiefergrau, aschgrau, mausgrau, rauchgrau. Die Färberei und der Zeugdruck erzeugt graue Farbentöne der verschiedensten Art mittels derselben Materialien, welche zum Schwarzfärben dienen, jedoch mit mehr oder weniger verdünnten Farbebrühen und oft unter Zusatz anderer (blauer, gelber, roter) Farbestoffe, weshalb die grauen Töne auf den Zeugen meist ins Grünliche, Bläuliche oder Rötliche scimmern. Auf Wolle erhält man G. durch Sieden derselben in einem Galläpfelbade mit etwas Eisenbeize; gibt man vorher der Wolle einen blauen Grund, so erhält man eine bläuliche Nuance. Auf Seide und Baumwolle wendet man meist zur Erzeugung von G. Anilinschwarz und graue Teerfarbe, wie z. B. Gris d'Alsace und das Nigrosin an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 308Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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