FeedGrecourt
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Grecourt (Jean Baptiste Joseph Villaret de), sranz. Dichter, geb. 1684 zu Tours, war für den geistlichen Stand bestimmt, studierte zu Paris und erhielt schon 1697 ein Kanonikat an der Kirche St.⸗ Martin in einer Vaterstadt. Doch vermochte er der Theologie keinen Geschmack abzugewinnen und ging deshalb nach Paris, wo er bald Eingang in den ersten Häusern fand und sich unter anderm die Gunst des Marschalls d'Estrées zu erwerben wußte. Der Marschall nahm ihn mit sich nach dem Schlosse Veret in Touraine, welches dem Herzog von Aiguillon gehörte. Die Zügellosigkeit seines Lebens ist in seinen poetischen Schriften abgespiegelt, die aus 91 Contes und einer Menge meist mittelmäßiger und höchst frivoler Episteln, Fabeln, Epigramme und Chansons, sowie aus einem wider den Jesuitenorden gerichteten Gedicht &Philotanus b bestehen. Ein ausgezeichnetes Talent hatte G. als Vorleser. Er starb zu Tours 2. April 1743. Seine Werke sind öfters gedruckt (Par. 1747; 2 Bde., Amsterd. 1759; 4 Bde., Par. 1796; 8 Bde., Luxemb. 1802; deutsch, 2 Bde., Berl. 1796).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 322Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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