Grein (Christian Wilhelm Michael), Germanist, geb. 16. Okt. 1825 zu Willingshausen bei Ziegenhain, studierte in Marburg und Jena vorzugsweise Mathematik und Naturwissenschaften, doch daneben auch Germanistik unter Vilmar. Nachdem er Lehrer der Naturwissenschaften in Marburg und Rinteln, dann Beamter an der kasseler Bibliothek und am bückeburger Archiv gewesen war, wurde er 1859 zu Marburg Beamter an der Universitätsbibliothek. Er habilitierte sich 1862 an der Universität zu Marburg, wurde 1864 Sekretär und 1865 Archivar am kurfürstl. Haus⸗ und Staatsarchiv in Kassel und siedelte bei der Verlegung des Archivs nach Marburg 1870 dahin über. Hier wurde er 1873 Professor. Nachdem er 1876 nach Hannover versetzt worden, starb er daselbst 15. Juni 1877. Seine Hauptwerke sind: «Bibliothek der angelsächs. Poesies (4 Bde., Gött. 1857—64), Dichtungen der Angelsachsen, stabreimend übersetzto (2 Bde., Gött. 1857 —59), Die Quellen des Heliando (Gött. 1869), (Bibliothek der angelsächs. Prosa (Bd. 1, Kassel u. Gött. 1872), (Das got. Verbumv (Kassel 1872), „Das Alsfelder Passionsspielo (Kassel 1874). Aus seinem Nachlaß gab Wülcker eine «Angelsächs. Grammatike (Kassel 1880) heraus. Ebenso erschien eine ganz neubearbeitete Ausgabe der «Bibliothek der angelsächs. Poesie v von Wülcker (Bd. 1, Kassel 1883).