FeedGrévulx oder Gréoux
ErdkundeBrockhaus 1882

Grévulx oder Gréoux, Flecken im franz. Depart. Niederalpen, Arrondissement Digne, 13 km im SW. von Valensole, am rechten Ufer des zur Durance fließenden Verdon, mit 1005 E. Die aus dem Kalk reichlich fließenden, 36* C. warmen Quellen sind denen von Bareges ganz ähnlich; wenngleich weniger erregend, sind sie doch äußerst heilsam. Schon die Römer benutzten dieselben, jetzt ist ein großes Kurhaus erbaut; wo die Wasser zum Trinken, Baden, Douchen und Inhalieren benutzt werden. Großartige Ruinen eines Schlosses der Tempelritter liegen auf einem Hügel. Gresham (Sir Thomas), der Gründer der londoner Börse, geb. zu London 1519, war der zweite Sohn des Sir Richard G., eines ausgezeichneten Geschäftsmannes. Er erhielt zu Cambridge eine wissenschaftliche Bildung, erlernte hierauf bei seinem Bruder die Kaufmannschaft und erwarb sich bald durch umfassende Unternehmungen ein großes Vermögen. Wie sein Vater unter der Regierung Heinrichs VIII., so leistete er den Königinnen Maria und Elisabeth bei Geldoperationen die wichtigsten Dienste. Durch seine Bemühungen kamen die Wuchergeschäfte außer Gebrauch, und die Anleihen der Krone wurden fortan im Lande vollzogen. Die Königin Elisabeth erhob ihn 1559 zum Ritter. Als ein Denkmal seines Reichtums und Edelmuts gründete er 1566 auf seine Kosten die Börse zu London. Wann der Bau, bei welchem die Börse zu Antwerpen zum Muster diente, eigentlich vollendet worden sei, ist unbekannt; doch speiste 23. Jan. 1570 die Königin bei G., besuchte dann das neue Gebäude und ließ es mit Trompetenschall als die «Königliche Börser ausrufen. Im J. 1666 wurde diese Börse ein Raub der Flammen. Das an derselben Stelle in größerm Maßstabe, doch in derselben Form errichtete neue Gebäude brannte 10. Jan. 1838 ab, worauf 1842 —44 ebendaselbst die jetzige Börse erbaut ward die mit der Bildsäule G.s geschmückt G. starb 21. Nov. 1579. In seinem Wohnhause wurde zufolge seines Testaments ein wissenschaftliches Kollegium errichtet, welches im 17. Jahrh. in allen int mn ausgezeichnete Lehrer besaß und sehr beucht war, im 18. Jahrh. jedoch in Verfall geriet. Die Regierung kaufte 1768 das Haus G.s, das seiner Bestimmung nicht mehr entsprach, und verlegte das Kollegium in die Börse. Nach dem Brande von 1838 errichtete man für dieses Institut wieder ein eigenes Gebäude, das den Namen Gresham-College führte und 1843 eröffnet wurde. Gresley (Henri Frangois Ravier), franz. Divisionsgeneral und Kriegsminister, geb. zu Vassy im Depart. Haute-Marne 9. Febr. 1819, trat 1838 in die Ecole polytechnique zu Paris ein und aus dieser w1840 als Lieutenant in den franz. Generalstab, in welchem er ununterbrochen verblieben ist. Schon 1845 zum Kapitän befördert, begleitete er 1847 den General Herbillon nach Algerien, wurde 1849 beim Angriff auf Zaatcha verwundet und dann bis zum Juli 1870 in der dortigen Landesverwaltung (in den Bureaux arabes) verwendet, wobei er inzwischen 1855 zum Eskadronschef und 1865 zum Obersten im Generalstab aufrückte und zuletzt als Leiter des polit. Bureaus in Algier zur unmittelbaren Umgebung des Generalgouverneurs, Mar92 6 Mac-Mahon, gehörte. Bei dem Ausbruch es Deutsch-Französischen Kriegs von 1870 und 1871 wurde G. Brigadegeneral und Generalstabschef des 1. Armeekorps, welches Mac-Mahon befehligte, nahm an der Schlacht bei Sedan teil und blieb dann bis zum Friedensschluß in alsE Kriegsgefangenschaft. Hiernach wurde G. als duschef des Generalstabes ins Kriegsministerium berufen und dort zur Bearbeitung des Entwurfs zur Reorganisation des Heerwesens herangezogen, 1874 zum Chef des Generalstabes im Kriegsministerium ernannt und im folgenden Jahre zum arnshen Verham befördert. Bei den parlamentarischen Verhandlungen über die militärischen Reorgaurfationsgesede spielte G. als Vertreter der Regierung eine hervorragende Rolle und trug mehrfach mit Erfolg dazu bei, die Bedenken der Opposition zu beseitigen. Als 1877 das legitimistische Ministerium Rochebouét zur Regierung kam, legte G. seine Stellung nieder. Am 13. Jan. 1879 übernahm G. das Kriegsministerium als Nachfolger des Generals Borel und wurde bald danach, 27. Mai, auch zum lebenslänglichen Mitglied des franz. Senats erwählt, in welchem er sich der Partei des linken Centrums wontad Er erwies sich sehr Gen Par gegen die polit. Führer der republikanischen Partei, insbesondere gegen Gambetta, und setzte neun Armeekorpskommandanten auf deren Verlangen ab, führte die Marseillaise bei der Armee als Nationalhymne ein und erweiterte die Befugnisse der Civilverwaltung bezüglich der Gendarmerie, daneben sorgte G. jedoch mit großem 3016 dafür, daß die Ostgrenze Frank⸗⸗ reichs so schnell als möglich wieder verteidigungsfähig werde, und beschleunigte die Vollendung der dortigen Befestigungen. G. trat 28. Dez. 1879 mit den übrigen Ministern des linken Centrums aus dem Ministerium aus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 343Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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