FeedGrenzwache
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Grenzwache nennt man die Gesamtheit derjenigen uniformierten und bewaffneten Beamten, welche zum Zweck der Aufsicht über den Wareneingang und Ausgang längs der Zollgrenze und im Grenzbezirk aufgestellt sind. Die russische Grenzwache Pogranitschnaja strascha) ist ein militärisch organisiertes, jedoch nicht zur eigentlichen Armee gehöriges Korps, welches die Westgrenze des Reichs bewachen und den Schmuggel verhindern soll. Die Grenzwächter oder Straschniks sind teils beritten, teils unberitten; sie werden aus Unteroffizieren des Heers ergänzt und längs der Grenze in kleine Posten verteilt. Es gibt 16 Brigaden G., deren jede aus einer Anzahl n Knordann⸗ besteht. Die Posten der G. haben den Anordnungen der Grenzbehörden Folge zu leisten und dafür Sorge zu tragen, daß keine unversteuerten Waren in das zwischen der sog. ersten und zweiten Grenze belegene Gebiet gelangen. Die Straschniks haben häufig, namentlich an der litauischen Grenze, Gefechte zu bestehen gegen die meistens gut bewaffneten Schmuggler, und es sind ihnen für solche Kämpfe in neuester Zeit sogar Georgskreuze verliehen worden. Die Sitze der Brigadestäbe der G. befinden sich in Archangel, Petersburg, Reval, Riga, Arensburg, Tauroggen, Lomscha, Wlodslawsk, Tschenstochow, Ssandomir, Radsiwilow, Nowosselizüi, Ismail, Odessa, Ssewastopol und Kertsch; die Brigaden besetzen die Küsten und Grenzgebiete am Weißen Meer bis zum Asowschen Meere, jedoch mit Ausschluß von Finland. (S. Rußland, Heerwesen.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 343Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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