FeedGros (Antoine Jean, Baron)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Gros (Antoine Jean, Baron), franz. Historienmaler der klassischen Schule, geb. 16. März 1771 zu Paris, Schüler Davids, kam durch dessen Vermittelung 1793 nach Italien, wo er mit Malen von Miniaturbildnissen seinen Unterhalt erwarb. Nach der Schlacht bei Arcole (1796) malte G. Bonaparte an der Spitze der Grenadiere auf der berühmt gewordenen Brücke. Bonaparte ernannte nun G. zum Mitgliede der Kommission, welche die für das pariser Centralmuseum bestimmten Kunstwerke auszuwählen hatte. Bisher hatte er nur kleine Porträts und antike Themata gemalt; jetzt wählte er aus der gleichzeitigen Geschichte einen Gegenstand und behandelte denselben in großem Maßstabe und auf eine Art, die seine Virtuosität für solche Darstellungen aufs evidenteste bezeugte. Bonapartes Besuch bei den Pestkranken in Jaffa (gestochen von Laugier, jetzt im Louvre) wurde in der pariser Kunstausstellung 1804 mit enthusiastischem Beifall aufgenommen und verbreitete den Ruf des Künstlers. Alsdann folgten: Murats Kavallerieangriff auf die türk. Armee bei Abukir (1806, jetzt in Versailles), Napoleon I. besucht das Schlachtfeld von Cylau (1808, gestochen von Vallot, jetzt im Louvre), die Schlacht bei den Pyramiden (1810, jetzt in Verfailles), dann nach der Restauration für das königl. Haus: Franz I. und Kaiser Karl V. besuchen die franz. Königsgräber zu St.⸗Denis (gestochen von Forster, jetzt im Louvre), ferner eine Anzahl lebensgroßer Bildnisse und andere Kompositionen. Im J. 1816 wurde G. zum Mitgliede des Instituts ernannt. Er gelangte auf den Gipfel des Ruhms und der Ehre; aber seine Arbeitskraft war im Abnehmen. Von allen Werken, die er noch arbeitete, ist nur das große an der Kuppel der Kirche Ste.⸗ Genevieve (des ehemaligen Pantheon) ausgeführte Freskogemälde hervorzuheben, das die heil. Genoveva von Paris als Beschützerin des von Chlodwig, Karl d. Gr., Ludwig IX. und Ludwig XVIII. vertretenen franz. Königsthrons darstellt; es wurde 1824 vollendet und brachte dem Künstler noch den Titel 4Baron». Seine zwei Bilder mytholog. Inhalts: Hercules und Diomedes und Acis und Galathea, wurden von der Kritik scharf angegriffen. G. verfiel infolge dessen in Melancholie und suchte den Tod in der Seine bei Meudon 86. Juni 1835.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 442Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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