Groto (Luigi, genannt Cieco d'Adria), ital. Dichter, eine der eigentümlichsten Erscheinungen in der Litteratur der Cinquecentisten, geb. zu Adria bei Venedig 7. Sept. 1541, erblindete vollständig acht Tage nach seiner Geburt. Nichtsdestoweniger widmete er sich philol. und litterarischen Studien und erlangte solchen Ruf, daß er 1556, kaum 15jährig, gewählt wurde, um die Begrüßungsrede an die durch Venedig reisende Königin Bona von Polen, sowie an den neugewählten Dogen Lorenzo Priuli zu halten. Im J. 1565 wurde er Präsident der seit kurzem in Adria bestehenden Akademie der (Illustrativ; 1585 spielte er auf dem Theater zu Venedig die Rolle des blinden Königs Odipus. Er starb zu Venedig 13. Dez. 1585. Man hat von ihm 24 Reden ((Orazioni volgariv, Vened. 1586, 1604, 4Orazioni italiane e latined, Vened. 1623) neue Ausg. von C. Brocchi, Vened. 1817), eine Übersetzung des ersten Buchs der Ilias in Ottaven (Vened. 1571), ein Hirtendrama La Calistov (Vened. 1575), drei Tragödien: L'Adrianav (Vened. 1582), La Dalidas (Vened. 1583) und Asaaco (Vened. 1607), drei Komödien: (LEmiliap (Vened. 1579), II Tesorop (Vened. 1583) und L'Alteria (Vened. 1587), lyrische Gedichte (Rimeyv, Vened. 1587), Il pentimento amorosos (Vened. 1592), eine Sammlung von Briefen (Lettere famigliario, Vened. 1616) u. s. w. Vgl. Groto, Della vita e delle opere di Luigi G.5 (Rovigo 1777).