FeedGrundriß
BaukunstBrockhaus 1882

Grundriß nennt man die graphische Darstellung der Grundfläche eines Körpers. So ist z. B. der G. eines Würfels ein Quadrat, eines Kegels ein Kreis, eines Prisma oder einer Pyramide ein Dreieck, Viereck oder Vieleck, je nachdem dieselben drei⸗-, vier- oder vielseitig sind. Im engern Sinne versteht man unter G. die Darstellung der Grundfläche eines Gebäudes oder einer Maschine, welche, streng genommen, nur eine von den Umfassungslinien eingeschlossene Fläche bildet. Um aber eine genauere Einsicht des Gebäudes u. s. w. zu erlangen, schiebt man dem G. einen horizontalen Durchschnitt unter, dessen Ebene etwas über der Grundfläche liegt, und erlangt dadurch den Vorteil der übersicht oder Einsicht über die Verteilung des Raums der Grundfläche, z. B. die Einteilung eines Gebäudes in dessen Stockwerken, die Anordnung der Thüren und Fenster, die einzelnen Bestandteile einer Maschine u. s.w. Bei Bauplänen spielen die Grundrisse eine bedeutende Rolle, ja sie bilden die eigentliche Grundlage des ganzen Entwurfs. Man unterscheidet hier insbesondere den Keller-, den Erdgeschoßgrundriß: die G. der Obergeschosse oder Etagen, den G. des Dachgeschosses, der Balkenlagen (Balkenriß) u. s. w. Der G. einer Stadt, Gegend oder eines Grundstücks wird speziell Situationsplan genannt. Bisweilen nennt man auch obere Ansichten der Maschinen G., bei denen sich die Teile nicht mehr durchschnitten, sondern mit ihrer vollen plastischen Oberfläche zeigen. In bildlichem Sinne sagt man G. bei Büchern, Abhandlungen u. s. w., die sich nur mit der allgemeinen Darstellung eines Lehrgegenstandes ohne eingehendere Ausführung desselben befassen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 566Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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