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Bildende KunstBrockhaus 1882

Guereino, eigentlich Giovanni Francesco Barbieri da Cento, ital. Maler, Guereino genannt, weil er schielte, wurde zu Cento bei Bologna 1590 geboren und bildete sich in der Schule des Benedetto Gennari aus. Seine Erstlingswerke im Kapuzinerkloster zu Cento, die Tugenden und das Altarbild aller Heiligen in San-Spirito begründeten seinen Ruhm. Eine Akademie, die er in Bologna 1616 eröffnete, führte ihm eine große Anzahl Schüler aus allen Teilen Europas zu. Bei einem Aufenthalt in Venedig lernte G. die Manier des Paolo Veronese kennen, welche auf ihn mächtig einwirkte. Im J. 1621 ging er nach Rom, wo er eins seiner Hauptwerke, die heil. Petronella GKapitolinische Galerie), vollendete. Er kehrte 1623 nach der Heimat zurück, wo er mit Bestellungen überhäuft wurde. Man kennt gegen 250 Werke einer Hand, unter welchen der heil. Thomas im atikan, die sterbende Dido im Palazzo Spada, die Kuppelfresken in Dome von Piacenza, der verlorene Sohn in der kaiserl. Sammlung in Wien, die Verstoßung der Hagar in der Brera in Mailand zu den bedeutendsten zählen. G. starb 1666 in Bologna. G. ist vielleicht der bedeutendste Maler der Schule von Bologna, bei welchem die lebens-Eheorten gbroche am wenigsten durch akademische heorien gebrochen erscheint. Er war nicht reich in der Charakteristik, aber überall kräftig. Dabei war er einer der besten Koloristen seiner Schule und reichte in dieser Beziehung oft an seine venet. (23 Bl. in Fol.) erschien zu Rom 1764.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 597Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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