FeedGuinegate oder Enguinegatte
GeschichteBrockhaus 1882

Guinegate oder Enguinegatte, franz. drach im Depart. Pas-de-Calais, wurde geschichli namhaft durch zwei Siege des Kaisers Maximilian I. über die Franzosen. Erzherzog Maximilian belagerte im Juli 1479 die franz. Festung Thérouanne, gab die Belagerung jedoch auf und bezog eine Stellung südlich der Festung bei G., als ein französisches, namentlich an Reiterei überlegenes Entsatzheer unter Philippe de Crevecoeur sich dem Platze näherte. Am 17. länd kam es * Schlacht. Das deutsche und niederländ. Fußvolk schlug die franz. Francs-Archers und wurde von der schweren franz. Kavallerie, den Gens d'Armes, vergeblich attackiert; die burgund. Reiterei wurde dagegen geworfen und von den Gens d'Armes bis St.-Omer verfolgt. Als Crevecoeur mit der franz. Ritterschaft auf das Schlachtfeld zurückkehrte, war diese der Wiederaufnahme des Kampfs abgeneigt; so blieb Maximilian Herr des Schlachtfeldes, mußte aber die Belagerung aufheben. — König Heinrich VIII. von England belagerte im Sommer 1513 die franz. Festung Thérouanne und erbat sich vom Kaiser einen Heerführer, da die engl. Ritter in der Kriegskunst wenig bewandert waren. Kaiser Maximilian I. kam selbst, überfiel mit 4000 deutschen Reitern und einigen leichten Geschützen (eine bemerkenswerte Neuerung) ein franz. Entsatzheer auf dem Marsche und warf es. Eine zweistündige Verfolsahre brachte 400 franz. Ritter, darunter den Heerführer Herzog von Longueville, Bayard, Dunois, in deutsche Gefangenschaft. Nach der schimpflichen Niederlage der Reiterei (die Franzosen bezeichneten diese Schlacht selbst als &journée des éperons v, d. i. Tag der Sporen, Sporenschlacht) trat auch das Tperonaune eraap sch Rückzug an, und die Festung Therouanne ergab sich an Kaiser Maximilian I.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 609Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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