Guise (Henri II., fünfter Herzog von), Enkel des vorigen, geb. 4. April 1614, ward der kirchlichen Laufbahn bestimmt. Frühzeitig mit Pfründen überhäuft, erhielt er schon als Fünfzehnjähriger das Erzbistum Rheims. Durch den Tod seines ältern Bruders und seines Vaters Oberhaupt der Familie geworden, verließ er den geistlichen Stand, geriet aber mit Richelien in Zwist und schloß sich an den Grafen von Soissons an, der mit andern Großen, unterstützt durch die Spanier, von Sedan aus sich gegen die Regierung erhoben hatte. Der Untergang des Rebellen ward auch G. verhängnisvoll: er entkam nach Brüssel und durfte Zahnen heimkehren. n diesem und dem folgenden Jahre machte er die eldzüge gegen die habsburg. Mächte mit. Um des apstes inwilligung zur Trennung seiner Ehe zu erhalten, reiste er 1646 nach Rom. Hier erregte der Aufstand in Neapel (s. Masaniello) in ihm den Wunsch, die alten Rechte des Hauses Anjou, von welchem er abstammte, geltend zu machen. Er stellte sich im Nov. 1647 an die Spitze der Insurgenten, wurde aber sehr bald von den Spaniern gefangen genommen und erst im Aug. 1652 wieder freigelassen. Noch einmal wagte er Herbst 1654 das neapolit. Abenteuer. Glücklich erreichte er Castellamare; allein die Spanier waren ihm bei der geringen Hilfe, die er von Frankreich erhielt, so überlegen, daß er sich wieder einschiffen mußte. Er lebte fortan als Großkammerherr am Hofe Ludwigs XIV. und starb im Juni 1664 zu Paris ohne Nachkommen. Seine «Mémoires v (2 Bde., Par. 1669) wurden von seinem Sekretär Saint-Yon, der vielleicht ihr Verfasser ist, herausgegeben.