Gurk, Städtchen in der Bezirkshauptmannschaft St. Veit in Kärnten, am Gurkflusse, mit (1880) 666 E., Sitz eines Bezirksgerichts und dem Namen nach der Bischofssitz von Kärnten (1072 gestiftet), obgleich der Bischof seit 1787 in Klagenfurt residiert. Der Dom gehört zu den historisch interessantesten Kirchenbauten in den östl. Alpenländern. Die Kreuzabnahme, in Metall gegossen, und die Kanzel sind vorzügliche Werke Rafael Donners. urke, Cucumis sativus, eine einjährige, wahrscheinlich aus Indien stammende Pflanze. Wann sie in Europa eingeführt worden, ist nicht bekannt; man nimmt jedoch an, daß dies schon im grauen Altertum geschehen sei. In Deutschland ist sie seit 1550 verbreitet. Der deutsche Name ist von dem spätgriech. 4½οριon abzuleiten, dem die Form Angurke und das dän. agurke entsprechen. Die G. gehört der Familie der Cucurbitaceen an. bin steifhäarigen Stengel laufen über den Boden in, ohne sich einzuwurzeln, oder klettern, wenn sich dazu Gelegenheit bietet, mittels einfacher Wickelranken. Blätter herzförmig, mit fünf spitzen Ecken. Blüten einhäusig, wie bei den verwandten Kürbis und Melone; die weiblichen stehen über dem länglichen oder spindelförmigen Fruchtknoten, welcher mit stacheligen Warzen besetzt ist, die aber bei der reifenden Frucht mehr oder weniger verschwinden. Letztere ist länglich, cylindrisch oder undeutlich dreieckig, zeitig geworden weiß, gelb oder grün, mit weißem, brüchigem Fleisch von eigenartigem Geschmack. Das Innere der Frucht wird von einem breiigen Zellgewebe erfüllt und die zahlreichen, übereinander gereihten platten Samen sind an den ein-Atet. Ausd Rändern der Karpellarblätter angebe tet. Aus der Mitte jedes einzelnen Karpells dringt eine Scheidewand nach der Achse der Frucht vor. (Abbildung auf Tafel: Cucurbitaceen, Fig. 8.) Im Laufe der Zeit sind zahlreiche Sorten entstanden, welche bald für die eine, bald für die andere Zubereitungsweise vorzuziehen sind. Zur Bereitung von Salaten sind andan ihres reichlichen Fleisches und des kleinen Kernhauses vorzugsweise die Schlangengurken geeignet, welche oft über 60— 70 em lang und 10 em und darüber dick werden Rollissons Telegraph, Schwanenhalsgurke, Arntadter Riesenschlangengurke u. a.). Zum Einmachen mit Salz (Salzgurken) wählt man gern kleinere Formen, wie die erfurter mittellange grüne. Als Senfgurke wird die weiße holländische G. geschätzt. Zum Einmachen mit Essig und Pfeffer sind ganz besonders die kleinen Früchte (cornichons) der pariser Traubengurke geeignet. Ein Teil der zahlreichen G. wird im freien Lande kultiviert, während andere, insbesondere die sehr großfrüchtigen, ihre Vollkommenheit nur im Treibbeet erreichen. In Betreff der Kultur vgl. Rümpler, «Illustrierte Gemüse⸗ und Obstgärtnerei» (Berl. 1879); H. Jäger, «Der praktische Gemüsegärtnero (2. Aufl., 3 Bde., Lpz. 1863); Weises Melonen⸗, G.⸗ und Champignongärtnerv (4. Aufl., bearbeitet von Hartwig, Weim. 1865).