FeedGeröme (Jean Leon)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Geröme (Jean Leon), franz. Maler geb. 11. Mai 1824 zu Vesoul, Sohn eines dortigen Sannngpe lam 1841 nach Paris und trat hier als Lehrling bei Paul Delaroche ein, der zu ihm eine lebhafte Zuneigung a1 und ihn 1844 mit nach Italien nahm. nf Jahre später 1h19 G. I. zweiten mal nach talien und verweilte besonders in Mailand und enedig, 1853 besuchte er Deutschland und begab sich von Wien nach Konstantinopel. Sodann bereiste er 1855 Agypten, wohin er auch 1862 zurückkehrte. Von unternehmendem Geist und vielseitigem Talent, versuchte er sich mit glänzendem Erfolge in verschiedenen Fächern seiner Kunst. Er begann mit der Pflege des antiken Genre, worin er zuerst Interessantes leistete. G. zeigte sich darin graziös ohne Geziertheit, pikant in der Wahl des Gegenstandes, aber mit Vorliebe für schlüpfrige Situationen. Bei ihm ist das Altertum gründlicher aufgefaßt und lebendiger dargestellt als in den histor. Gemälden der . 4 eatralischen Manier der sog. Klassischen Schule. Sein Griech. Hahnengefecht (1847) erregte vorzüglich die Aufmerksamkeit der Kenner und ließ den Urheber sofort aus der Menge unbekannter Künstler heraustreten. G. gab damit Anlaß zur daeen Auhe der sog. Neupompejanischen Schule deren Anhänger in seinen Grundsätzen, wenn au nicht mit seinem Geiste und seinen Kenntnissen, arbeiten. Er selbst malte in diesem Genre noch verschiedene Stücke, unter welchen besonders genannt zu werden verdienen: das Lupanar (1850), Ave Cesar (1859), Pollice verso (1875), Circus maximus (1876), ber König Kandaules, Diogenes in der Tonne, Phryne vor Gericht, Aleibiades bei Aspasia, Kleopatra und Cäsar, Cäsars Tod. Seine Geschicklichteit in der Behandlung des modern-histor. Genre bezeugen: Rembrandt beim Radieren einer Kupferlatte und Molière zu Tisch mit Ludwig XIV. (1863). er Rex Tibicen (Friedrich d. Gr. als Flötenbläser) ist ohne künstlerischen Wert (1874). Außerordentlichen Beifall fand sein Maskenduell auf der Ausung von 1857. Unter den Genrebildern, die einen 1 vorteihaf ihre Entstehung verdanken, ichnen sich vorteilhaft aus: die russ. Musikanten, ie betenden Arnauten (1857), der ägypt. Häckerlingschneider und Kornausdrescher, der erspczier arab. Räuberhauptmann (1863), die Wasserspazierahrt der Weiber des Harems, die tanzende Almee, Säbeltanz, der Sklavenmarkt, der Sklavenhändler u. s. w.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 853Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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