FeedHabsas tibil (lat.)
ErdkundeBrockhaus 1882

Habsas tibil (lat.), habe, behalte es für dich! lich will es nicht haben); auch: schreib' es dir selbst zul Habat sibil (lat.), Citat aus der Andria (IV, 1, 25) des Terentius, er habe seinen Willen! meinetwegen! (als Ausruf des Unwillens). „Habelschwerdt, Kreisstadt in der preuß. Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Breslau, am Einfluß des Kressenbach in die Neisse und an der Linie Breslau-Mittelwalde der Oberschlesischen Eisenbahn, ist Sitz eines Landratamts und eines Amtsgerichts, hat eine evang. und zwei kath. Kirchen, ein kath. Schullehrerseminar, ein Krankenhaus (Mariahilf), ein Bürgerhospital und zählt (1880) 5550 meist kath. CE., welche Fabrikation von mit dlachs Schachteln und Holzstiften und Handel mit Flachs tund Butter treiben. H. erhielt 1319 Stadtrechte. — Der Kreis Habelschwerdt, der südlichste Teil der Grafschaft Glatz, zählt auf 791 qkm (1880) 62368 meist kath. E. Is. d.). „Habelschwerdter Gebirge, Teil der Sudeten Habemus (lat., d. h. wir haben), in der Volkssprache soviel wie Rausch; Habemus Papam (d. h. wir haben einen Papst; im vollen Wortlaut: [Papam habemus Eminentissimum ac Reverendissimum Dominum, qui sibi imposuit nomen N. N.), der Ruf, mit welchem nach erfolgter Papstwahl der älteste Kardinal-Diakon vom Portal des Vatikans (früher des Quirinals) herab dem versammelten Volke den neuen Papst verkündigt. Haben, in der kaufmännischen Buchführung sobviel wie Mpofen be im Gegensatz zu Soll, womit die Schuldposten bezeichnet werden. Habeneck Antoine), franz. Musikdirigent und Violinspieler, geb. 1. Juli 1781 zu Mezieres, stammt von einem deutschen Vater, der in der franz. Armee als Musiker diente, erhielt seine Ausbildung im pariser Konservatorium und wurde ein geschätzter Violinspieler und 1. zeichnete sich aber namentlich durch die Direktion der Konzerte und Opern aus. Die Konzerte des pariser Konservatoriums, deren Leitung H. 1828 bei ihrer Neugestaltung übernahm, sind ——— ihn berühmt geworden, und auch um die Aufführungen der Großen Oper, an der er nach Kreutzers Abgang bis 1846 Kapellmeister war, hat er sich Verdienste erworben. Er starb in Paris 8. Febr. 1849. Habent sua fata libelli (lat.), odie Buchlein haben ihre Schicksale, Citat aus des Terentius Maurus „Carmen heroicum (Vers 258). Haberfeldtreiben nennt man in Bayern eine Art Volksgericht, das im bayr. Hochlande, ursprünglich in dem Gebiete zwischen Mangfall, Isar und Inn, do ach anderwärts nachgeahmt, solchen sittlichen Vergehungen Sühne zu verschaffen sucht, welche dem Arm der ordentlichen Justiz unerreichbar sind. Geiz, Wucher, unerlaubter geschlechtlicher Umgang u. dgl. Willkur der Beamten, aber au hochfahrendes Wesen und unmoralischer Wande der Geistlichen sind die gewöhnlichen Anklagepunkte. Die Prozedur und Rechtsprechung soll von einer geheimen Verbindung ausgehen, deren Wesen bis jetzt noch ein unenthülltes Geheimnis ist. Wenn die von glaubwürdigen und für die Wahrheit ihrer Beschuldigung bürgenden Männern angeklagte Person auf wiederholte briefliche Verwarnungen nicht zur Besserung gebracht worden, erscheinen plötzlich in einer dunkeln Nacht Hunderte von vermummten, geschwärzten und bewaffneten Gestalten vor dem Hause derselben, versperren alle Ausgänge und tragen, unterbrochen von entsetzlicher Katzenmusik, Gewehrschüssen u. s. w., eine in Knittelversen verfaßte Strafpredigt vor, ohne jedoch an der Person des Bestraften oder seinem Eigentum sich zu vergreifen. Die Sitte soll Namen und Ursprung davon haben, daß in frühern Zeiten die jungen Bursche eines Dorfs gefallene Mädchen mit Rutenhieben in ein Haferfeld und dann wieder nach Hause trieben. Andere finden in dem H. einen Rest alter, auf die Zeiten Karls d. Gr. zurückzuführender Rügengerichte. Der Gebrauch ist jetzt zwar seltener, aber keineswegs erloschen; noch 1883 fanden mehrere H. statt. Haberl (Franz Xaver), deutscher Kirchenmusiker, eb. 12. April 1840 zu Oberellenbach in Niederayern, trat in den geistlichen Stand, war 1867—70 Organist in Rom und 1871—82 Domkapellmeister in Regensbur „legte aber seine Stelle nieder, um die früher in Italien begonnenen Musikforschungen fortzusetzen und die gewonnenen Resultate zu publizieren, die sich sowohl auf die Theorie wie auf die Praxis der ältern Musik beziehen. An der Palestrina-Ausgabe (Leipzig, an sowoß u. Härtel) beteiligt er sich besonders lebhaft sowohl durch Herausgabe der Werke wie auch durch +* Verbreitung in kath. Kreisen. Als Lehrbuch des kirchlichen Gesangs ist sein Magister choraliss (Regensb. 1863) in sieben Auflagen und mehrern übersetzungen weit reitet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 682Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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