Hagen (Gotthilf Heinr. Ludw.), namhafter Wasserbaumeister und Schriftsteller auf dem Gebiete der Wasserbaukunst, geb. 3. März 1797 zu Königsberg, widmete sich auf der Universität dali mathem. und astron. Studien. Im Auftrage berliner Akademie der Wissenschaften beobachtete er in Kulm die totale Sonnenfinsternis am 18. Nov. 1816. Die Berechnung der verschiedenen Beobachtungen derselben veröffentlichte . im fünften Bande der „Zeitschrift für Astronomiev. In der Folge ging H. zum Studium des Baufachs über, wurde 1825 als Stellvertreter des Regierungs⸗ und Baurats nach Danzig berufen und 1826 als Hafenbauinspektor in Pillau angestellt. Im J. 1831 trat er mit dem Titel Oberbaurat in die Oberbaudeputation. Daneben war er bis 1849 an der Bauakademie Lehrer der Wasserbaukunst; 1842 wurde er Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Er erhielt 1847 den Titel Geh. Oberbaurat, trat 1850 bei Auflösung der Oberbaudeputation als vortragender Rat in das Handelsministerium und war 1854 —56 in der Admiralität mit der Aufstellung des Projekts und Einleitung des Baues des Kriegshafens an der Jade beschäftigt, worauf nach dem Wiedereintritt in das Handelsministerium vorzugsweise die Hafenbauten ihm übertragen wurden. H. wurde 1866 mit dem Titel Oberbaudirektor zum Vorsitzenden der technischen Baudeputation ernannt und 1869 zum Oberlandesbaudirektor erhoben; 1875 trat er in den Ruhestand. Er starb 3. Febr. 1884 in Berlin. Unter H.s Arbeiten sind hervorzuheben: 4Beschreibung neuerer Wasserbauwerken (Berl. 1826), „Grundzüge der Wahrscheinlichkeitsrechnunge (Berl. 1837; 3. Aufl. 1882) und vor allem sein Handbuch der Wasserbaukunste (3 Tle., Berl. 1841—65; Tl. 1 u. 2, 3. Aufl. 1869 — 74; Tl. 3, 2. Aufl. 1878—81); ferner »Untersuchungen über die gleichförmige Bewegung des Wassers» (Berl. 1876). Hierzu kommt die kleinere Schrift Zur Frage über das deutsche Maß » (Berl. 1861). Auch veröffentlichte er zahlreiche Abhandlungen in den Denkschriften der berliner Akademie, wie UÜber Form und Stärke gewölbter Bogen » (Berl. 1844; neue Bearbeitung 1862), «über die Oberflächen der Flüssigkeiten » (Tl. 1 u. 2, Berl. 1845 — 46), «über den Einfluß der Temperatur auf die Bewegung des Wassers in Röhren » (Berl. 1854), «Uber die Ausdehnung des Wassers unter verschiedenen Wärmeraden» (1855), «über Flut und Ebbe in der Ostee (Abteil. 1 u. 2, 1857—59), cüber Wellen auf Gewässern von gleichmäßiger Tiefe » (1861).