Halbig (Joh.), Bildhauer und Professor der Bildhauerkunst an der Polytechnischen Schule in München, geb. 13. Juli 1814 zu Donnersdorf bei Gerolzhofen in Bayern, kam, von seinem Vater für den Kunstberuf vorbereitet, nach München, wo er an der Polytechnischen Schule und an der Akademie sich zum Bildhauer ausbildete. Seine Werke sind außer in München in ganz Deutschland, Osterreich, ja selbst in Rußland und Amerika verbreitet. Für die Alte Pingkothek in München modellierte er 1835 die Löwen, für den Hofgarten ebenda die Modelle der Roma und Minerva, für das Museum in Petersburg im Auftrag Klenzes die Kolossalbildsäule eines Atlanten aus Porphyr, sowie Modelle zu Künstlerbildsäulen. Im Auftrage König Ludwigs J. entstand das Viergespann der Löwen für das Siegesthor in München und in gleichem Auftrage für die Befreiungshalle in Kehlheim 18 Figuren, die Hauptprovinzen Deutschlands vorstellend. Im J. 1848 entwarf der Künstler den sog. deutschen Reichspokal. Hervorzuheben ist auch das Monument des Königs Max II. in Lindau im Hubertus-Ordenskostüm, 1854 aufgestellt, aus kehlheimer Marmor, von vier allegorischen Figuren umgeben, sowie die kolossalen Löwen, für den Hafeneingang in Lindau bestimmt. Minder gelungen ist die Statue Fraunhofers in der Maximilianstraße in München (1866). H.s Heiland am Kreuze, im Auftrage der Stadt München für das Campo santo 1853 ande, ö * ergreifenden Ausdruck und hohe Würde. deuyork führte er 1867 eine Marmorgruppe badender Mädchen aus und für einen neuyorker Privatmann eine allegorische Darstellung Nordamerikas: eine weibliche Gestalt in attischer Tracht, die Rechte zum Schwur emporhebend. H. hat seit 1846 an 1000 Büsten modelliert. Zu seinen größern neuern Arbeiten gehört das 1859 enthüllte Monument mit der Bronzestatue des Palatin Joseph in Pest, eine lebensgroße Marmorgruppe; eine Bacchantin auf dem Tiger sitzend, für die Großfürstin Helene Paulowna von Rußland, ein Heiland am Kreuze (aus carrarischem Marmor) für das Mausoleum der Fürstin Karl Sttingen-Wallerstein und das kolossale Reiterbild des Königs Wilhelm I. in Cannstatt. H.8 großartigste Schöpfung ist die gewaltige 1875 aufgestellte Kreuzigungsgruppe, welche König Ludwig II. für Oberammergau bestellte. Er starb 29. Aug. 1882 in München.