Haldenstein, Dorf im Bezirk Unter-Lanquart des schweiz. Kantons Graubünden, liegt 560 ms uber dem Meere, 3,5 Km nördlich von Chur auf dem linken Rheinufer am Fuße des Calanda, besitzt eine 1732 erbaute Pfarrkirche, ein Schloß der Familie 5 Salis, drei Burgruinen und zählt (1880) 452 E. r meist deutscher Zunge und reform. Konfession. Bis 1798 bildeten Burg und Dorf H. eine unabhängige Freiherrschaft, die nach mehrmaligem Besitzerwechsel 1604 an die Edeln von Schauenstein, 1729 an die Salis gelangte und 1803 durch die Mediationsakte dem Hochgericht der Fünf Dörfer einverleibt wurde, das jetzt einen besondern Kreis des Bezirks Unter-Lanquart bildet. Die Burg H., ein mächtiger Bau, wahrscheinlich des 12. Jahrh., liegt auf einem überhängenden Felsen westlich vom Dorfe. Seit 1769 nicht mehr bewohnt, wurde sie 1787 durch ein Erdbeben teilweise zerstört. Nördlich vom Dorfe erheben sich auf einem Felsvorsprunge die Trümmer von Lichtenstein, und zwischen beiden Ruinen liegt etwas höher an der Felswand der Krotten- oder Grottenstein, eine befestigte Höhle. In H. bestand 1761—71 eine von Peter Nesemann und Martin Planta gegründete höhere Lehranstalt, das Philanthropin, welches weit über die Grenzen Graubündens hinaus sich eines wohlverdienten Rufs erfreute.