Hammer (Friedr. Julius), deutscher Dichter, eb. 7. Juni 1810 zu Dresden, besuchte die Kreuzschule daselbst und bezog Ostern 1831 die Universität Leipzig, um sich der Jurisprudenz zu widmen, fühlte sich aber viel mehr zu philos., histor. und ästhetischen Studien hingeneigt. Im J. 1834 kehrte er in die Vaterstadt zurück, wo ihn ein kleines Lustspiel, «Das seltsame Frühstücko, mit Ludwig Tieck und Theodor Hell in Verbindung brachte und ihn veranlaßte, sich ganz der litterarischen Laufbahn zu widmen. Er kehrte deshalb 18³7⁷ nach Leipzig zurück und veröffentlichte eine Reihe novellistischer Arbeiten, wie «Adelig und bürgerlich» (pz. 1838), „Leben und Traum» (2 Bde., Lpz. 1839), Stadt⸗ und Landgeschichten »(2 Bde., Altenb. 1845), 9970 damit bedeutendere Teilnahme zu finden. Nebenbei entwickelte er in Zeitschriften eine vielseitige Thätigkeit. Im J. 1845 Halt. H. in Dresden seinen bleibenden ufenthalt, und seitdem begann eine neue Epoche seines poetischen Schaffens, indem er sich der lyrischdidaktischen Dichtung mit Erfolg zuwandte. Zunächst veröffentlichte er 1851 4 Schau um dich und schau in dich » (28. Aufl., Lpz. 1881), eine kleine Sammlung von Spruchdichtungen, die sich durch innige Empfindung, milde und zugleich ernste Lebensweisheit und Humanität, sowie durch einfache und reine Form auszeichnen. Auf dieser Bahn fortschreitend, folgten sodann 1854: (3Zu allen guten Stunden (4. Aufl., Lpz. 1870), 1857 (Fester Grund (4. Aufl., Lpz. 1882), 1859 „Auf stillen Wegen» (3. Aufl., Lpz. 1878), 1862 K6Lerne, liebe, leben (4. Aufl., Opz. 1882). In diese Zeit fällt auch ein Roman Einkehr und Umkehrv (2 Bde., Lpz. 1856), in welchem H. die Idealität des Lebens mit der Wirklichkeit zu versöhnen sucht. Durch seine Dichtweise wurde er auf das Studium der orient. Poesie hingewiesen, welches Element hier und da auch in seinen spätern Dichtungen hervortrat. Als unmittelbare Frucht jener Studien ist Unter dem Halbmond. Ein osman. Liederbuch » (Lpz. 1860) zu betrachten. Durch die Nachdichtung der biblischen Psalmen (Die Psalmen der Heiligen Schrifto, Lpz. 1861) bereicherte er den Liederschatz frommer Erbauung. Große Verbreitung fand auch seine Anthologie Leben und Heimat in Gottv (Lpz. 1861; 6. Aufl. 1874). Seine Versuche auf dramatischem Gebiete, von denen einige auf der dresdener Hofbühne zur Aufführung gelangten, fanden weniger Anklang. Mitte 1859 wandte sich H. von Dresden nach Nürnberg, wo er als Vorleser klassischer Dramen vielen Beifall fand. Im J. 1862 kehrte er nach Dresden zurück, starb aber bereits 23. Aug. desselben Jahres zu Pillnitz, wo 7. Juni 1882 sein Denkmal enthüllt wurde. H. gebührt das Verdienst, die Deutsche Schiller-Stiftung (s. d.) zuerst angeregt und dann wesentlich gefördert zu haben. Vgl. Ende, Julius H. als Men ch und als Dichtero (Rürnb. 1872).