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Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Handlung im philosophischen Sinne ist ein engerer Begriff als der der Thätigkeit. Denn thätig sein heißt überhaupt Ursache einer Wirkung sein; in diesem Sinne spricht man von der Thätigkeit einer Maschine, von Thätigkeit der Naturkräfte u. s. w. Handeln dagegen heißt nur thätig sein mit Bewußtsein, und der Begriff der H. ist daher auf das Gebiet des geistigen Lebens beschränkt. Deshalb ist das Handeln immer der Ausdruck des bewußten Wollens. In dem Zusammenhange des Handelns mit dem bewußten Wollen liegt der Grund, daß H. nicht immer in äußerlich erkennbaren Veränderungen sich kundzugeben brauchen. Jede absichtliche überlegung ist schon ein inneres Handeln; jedes äußere Handeln setzt folglich ein inneres voraus. Die Vorstellung des Zwecks, welcher jemand bei seinen H. leitet, heißt der Bestimmungs⸗-oder Beweggrund Motiv). Wo mehrere entgegengesetzte Motive in dem Innern des Menschen zugleich wirksam sind, entsteht der innere Kampf; der Sieg eines Motivs über die andern ist der Entschluß. Werden nun die Zwecke, deren Vorstellung als Motiv das Wollen und Handeln bestimmt, einer Beurteilung ihres absoluten Werths unterworfen, so entsteht die Frage nach dem sittlichen Werte der H., wobei die H. nie als bloße äußere Erscheinung, sondern immer lediglich als Ausdruck des Wollens in Betracht kommt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 808Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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