Hardinge (Henry, Viscount), brit. Feldmarschall und Staatsmann, geb. 30. Okt. 1785 zu Stanhope. Schon in seinem 13. Jahre trat er als Fähnrich in die Armee, wurde 1808 beim Generalstabe des neugebildeten portug. Heers angestellt und zeichnete sich in der Schlacht von Vimiera aus, wo er verwundet wurde. Dann focht er bei Corufa, beim übergange über den Duero, bei Albuera, wo er den Sieg entschied, bei Salamanca und Vittoria, worauf er mit der Armee Wellingtons die Pyrenäen überschritt und an der Schlacht bei Orthes teilnahm. Im Feldzuge von 1815 wurde H., bereits zum Oberstlieutenant aufgerückt, der Blücherschen Armee beigegeben und verlor bei Ligny den linken Arm. Die Ernennung zum Obersten war der Lohn seiner Tapferkeit. I J. 1820 trat H. auf Veranlassung der Tories für Durham ins Unterhaus und erhielt 1823 den Posten eines Sekretärs beim Feldzeugamte (Clerk of the ordnance). Als Wellington 1828 Premierminister wurde, ernannte er H. zum Secretary of War und 1830 zum Obersekretär für Irland. In demselben Jahre wurde H. Generalmajor. Die Auflösung des Ministeriums Wellington brachte auch ihn um sein Amt, welches er unter Peel vom Dez. 1834 bis zum April 1835 zum zweiten mal und 1841 zum dritten mal bekleidete. Im J. 1842 erfolgte sehne Beförderung zum Generallieutenant. Nach der Abberufung Lord Ellenboroughs ward ihm 1844 der wichtige Posten eines Generalgouverneurs von Ostindien anvertraut, wo er kurz vor Ausbruch des Pendschabkriegs anlangte. Er war auf dem Schlachtfelde von Sobraon (19. Febr. 1846) gegenwärtig, und obgleich er den Oberbefehl dem Sir Hugh Gough als älterm General überließ, schrieb man ihm doch den glücklichen Erfolg um großen Teil zu. Bei der Ratifizierung des Friedensvertrags von Lahore ward er zum Viscount H. von Lahore erhoben und die Direktion der Ostindischen Kompagnie setzte ihm ein Jahrgehalt von 5000 Pfd. St. auf Lebenszeit aus. m J. 1848 nach England zurückgekehrt, nahm er seinen Sitz im Oberhause ein und wurde im März 1852 zum Generalfeldzeugmeister (Master-general of the ordnance), 1854 aber als Nachfolger Wellingtons zum Oberbefehlshaber der brit. Armee ernannt. Nachdem er 2. Okt. 1855 Feldmarschall geworden, zog er sich im Juli 1856 in den Ruhestand zurück. Er starb auf seinem Landsitze South-Park in Kent 24. Sept. 1856.