Hartlib (Samuel), deutsch-engl. Sozialreformer, geb. zu Anfang des 17. Jahrh. in Elbing, siedelte wahrscheinlich in Geschäften des väterlichen Hauses 1628 nach London über. Zu Anfang der dreißiger Jahre leitete H. in London ein Intelligenzbureau, das hochgestellte Engländer mit Nachrichten über die festländischen, sowie bedeutende Männer im Auslande mit Nachrichten über die engl. Begebenheiten versorgte. Zugleich nahm er Juhn d Anteil an den Bemühungen des Schotten 0 n Durie um die Einigung der prot. Konessionen. In den J. 1637—39veröffentlichte er auf eigene Kosten zwei der frühesten Schriften des Comenius; 1641 wurde auf seine Veranlassung Comenius durch das Parlament nach London geladen, um in Sachen der Nationalerziehung seinen Rat zu erteilen und an der Errichtung einer auf seine Ideen gegründeten Universität in der Hauptstadt mitzuwirken. Der Ausbruch des Bürgerkriegs zerschlug diese Pläne; daß jedoch H. trotzdem fortfuhr, eifrig für die Reform der Erziehung zu agitieren, bewies 1644 Miltons Traktat über Erziehung, der H. gewidmet war. Im J. 1647 legte er dem Parlament in der merkwürdigen Schrift „A brief discourse concerning the accomplishment of our Reformation die Umrisse einer umfassenden Sozialreform vor. Im J. 1649 bewilligte das Parlament H. eine Pension. Er starb in London im Febr. 1662. Unter der ziemlich langen Reihe seiner im Britischen Museum erhaltenen Schriften verdient Erwähnung seine Macaria (Lond. 1641), in der er nach dem Vorgang Sir Thomas Mores und Lord Bacons das Phantasiebild eines glücklichen Staats entwarf. Vgl. über ihn H. Dircks, A biographical memoir of Samuel H.v (Lond. 1865) und F. Althaus, «Samuel H. Ein deutsch-⸗engl. Charakterbildo (im „Historischen Taschenbuch', Lpz. 1884).