Hausindustrie ist diejenige Art der 2hen Jabri. Produktion, die nicht konzentriert in großen Fabriken, auch nicht als selbständiges Handwerk auf direkte Bestellungen der Konsumenten, sondern von den Arbeitern in ihren Wohnungen unter dem leitenden Einfluß des Großkapitals für den großen Markt betrieben wird. Dieselbe hat sich ursprünglich meistens in gebirgigen oder unfruchtbaren Gegenden ausgebildet, wo die Landwirtschaft zur Ernährung der Bevölkerung nicht ausreichte oder eine lange Winterzeit in irgend einer Weise produktiv verwertet werden mußte. So z. B. im Schwarzwald, im Erzgebirge und in weitem Umfange in Rußland. Der lokale Bedarf an Handwerkswaren war in solchen Distrikten bald gedeckt; man mußte also Absatz in der Ferne suchen, was anfangs durch Bildung von .... . . und Entsendung von Hausierern geschah. Bald aber fanden sich auch mit Kapital ausgestattete Vermittler ein, welche die hausgewerblichen Erzeugnisse aufkauften oder in nde Posten bestellten, um sie im In⸗ und Ausande zu vertreiben. Wenn diese Vermittler den hausindustriellen Meistern Rohstoffe und Gerätschäften, z. B. Webstühle, zur Verfügung stellen, so nehmen sie den Charakter von Fabrikanten an und werden dann auch so genannt. Die Lieferung des Rohstoffs seitens der Auftraggeber ist namentlich dann üblich, wenn derselbe sehr wertvoll ist, also z. B. in der Seidenweberei. Diese letztere wie auch andere Zweige der Weberei haben sich nicht wie die schwarzwälder Uhrenfabrikation, die bergische Eisenwarenfabrikation u. s. w. in der oben angedeuteten Weise unter dem Druck der äußern Verhältnisse als H. entwickelt, sondern durch die allmähliche Ansammlung einer tüchtigen, seßhaften Arbeiterbevölkerung unter günstigen Marktverhältnissen. Daher behauptet sich die U. z. B. in der Umgebung von Krefeld und Lyon noch immer in ausgedehntem Umfange neben dem eigentlichen Fabriksystem. Was die Lage der Arbeiter bei dem einen und dem andern System betrifft, so besitzen die hausindustriellen Meister häufig noch von alters her ein Haus mit einem Stückchen Land, was ihnen einen festern Halt ibt und sie vor dem Nomadentum der eigentlichen abrikarbeiter bewahrt. Andererseits aber zeigt sich in vielen Fällen, daß die Konkurrenz der erstern, eben weil sie noch ein kleines Vermögen und einen Nebenerwerb besitzen, desto stärker den Arbeitslohn herabdrückt, sodaß thatsächlich nicht selten in derselben Gegend der tägliche Arbeitsverdienst in der H. merklich niedriger ist als in den Fabriken derselben Branchen. Dasselbe gilt in noch höherm Maße hinsichtlich der hausgewerblichen Arbeit, die ihrerseits nur als Nebenbeschäftigung betrieben wird. (S. Hausfleiß.)