Geldes stattfindet. Bei der eigentlichen Naturalwirtschaft produzieren die einzelnen Wirtschaften — wie etwa die mittelalterlichen Fronhöfe — selbst was sie bedürfen, oder es findet nur in einem ganz engen Kreise ein Austausch statt. Die wirtschaftliche Arbeitsteilung tritt in dem Maße ein, wie die Einzelwirtschaften nicht für ihren eigenen Bedarf, sondern für den Absatz in weitern Kreisen, für den Markt produzieren, und zur Vermittelung dieses Absatzes schiebt sich die Klasse der Händler und Kaufleute ein. Diese höhere Wirtschaftsform kann bis zu einem gewissen Grade schon mittels des bloßen Tauschverlehrs ausgebildet werden; doch ist es einleuchtend, daß dieser, bei dem der eine Tauschende immer gerade das haben muß, was der andere braucht, mit besondern Schwierigkeiten verbunden ist, die erst verschwinden, wenn ein von jedem gern angenommenes und leicht austauschbares Vermittelungsgut als Geld (s. d.) die Funktion eines allgemeinen Umlaufsmittels erlangt. Bald gewinnt dann das Geld als Träger der allgemeinen Vermögensmacht eine so hervorragende Bedeutung in der Voltswirtschaft, daß das ganze tauschwirtschaftliche System durch dasselbe gleichsam seine Signatur erhält und man so⸗ — von einer Geldherrschaft (f. d.) sprechen kann. och ist die G. keineswegs bloß als vorteilhaft für die Reichen zu betrachten. Sie hat wesentlich zu der Steigerung der volkswirtschaftlichen Produktivität beigetragen, die in letzter Instanz eine vermehrte Konsumtion in allen Klassen der Gesellschaft mit sich bringt. Insbesondere ist auch die Befreiung des Arbeiterstandes durch die Einbürgerung der Lohnzahlung in Geld wesentlich begünstigt worden.