Havlitek (spr. Hawlitschek, Karl), czech. Schriftsteller und Journalist, geb. 31. Okt. 1821 zu Borova bei Deutschbrod, studierte in Prag Philosophie. Darauf war er 1842—43 Hauslehrer in Moskau und beschrieb seine dortigen Erfahrungen in den „Bildern aus Rußlando (4Obrazy 2 Ruso), die allerdings noch nicht frei von slawophiler Einseitigkeit sind. Nach seiner Rückkehr nach Böhmen war er journalistisch thätig und erlangte besonders in den Jahren 1848— 51 einen großen Einfluß auf seine Landsleute durch Herausgabe der Närodni Novinyo in Prag und danach des 4Slovano in Kuttenberg, was ihm zuletzt mehrjährige Internierung nach Brixen in Tirol zuzog. Den letztern Vorgang schildern H.s beißende «Tiroler Elegieno. Erst 1855, infolge schwerer Erkrankung, ward ihm die Rückkehr nach Böhmen, zuletzt auch nach Prag gestattet, wo er 29. Juli 1856 starb. H. ist einer der originellsten und selbständigsten Charaktere der neuern czech. Bewegung. Seine stets scharf pointierten Epigramme schonten weder Freund noch Feind und sind daher zum großen Teil noch nicht gedruckt. Die von ihm hinterlassene satirische Dichtung „Die Taufe des heil. Wladimiro (Krest sv. Vladimirao) erschien erst 1877 in Prag. Auch war er geschätzter Kritiker, übersetzte aus Gogol, Voltaire u. a. H.s «Gesammelte Schrifteno (Sebrane Spisyv, Bd. 1) erschienen zu Prag (1870). Eine Biographie H.s schrieb Tüma (Prag 1883).