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ErdkundeBrockhaus 1882

Hebron, eine uralte Hethiter⸗(Hyksos-)Stadt in Palästina im Stamme Juda, 34 km im SSW. von Jerusalem, in einem fruchtbaren Thale gelegen, hieß früher Kiriatharba, d. i. Riesenstadt, und war später sieben Jahre lang die Residenz des Königs David, ehe er Jerusalem dazu erwählte. H. ist gegenwärtig ein ärmlicher Ort von etwa 10000 E., welche Feldbau treiben und Baumwollewebe, Wasserschläuche, Ringe, Lampen, Korallenchnüre verfertigen, sowie auch Glashütten unterhalten. Die herrliche, von Helena, der Mutter Konstantins, an der Stelle, wo Abraham begraben sein soll, erbaute Kirche ist in eine Moschee umgewandelt. Noch zeigt man darin das Grab des Patriarchen und die Grüfte mehrerer Mitglieder seiner Familie, die insgesamt reich mit Seidenstoffen und golddurchwirkten Zeugen behangen sind, welche der Großherr selbst von Zeit zu Zeit erneuern läßt. Auch deutet der heutige Name des Ortes, El-Khalil, d. i. Freund Gottes, wie Abraham genannt wird, darauf hin, daß letzterer hier seinen Wohnsitz gehabt habe, im Haine Mamres. Christen dürfen nur den äußern Umfang des Heiligtums der Patriarchengräber betreten. Der erste Christ, dem dasselbe eröffnet wurde, war 1862 der engl. Thronerbe. G. Rosen lieferte eine gründliche Beschreibung in der «Zeitschrift für allgemeine Erdkunder (Bd. 14, Berl. 1863).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 951Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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