FeedLerchenfeld (Gustav, Freiherr von)
GeschichteBrockhaus 1882

Lerchenfeld (Gustav, Freiherr von), des vorigen ältester Sohn, bayr. Staatsmann, geb. 30. Mai 1806, studierte die Rechte und wirkte mehrere Jahre als Bezirksrichter in der Pfalz und als Appellationsgerichtsrat in Oberfranken, bis er mit dem Tode seines Vaters den Staatsdienst verließ und das Rittergut Haynersreuth übernahm. Im März 1848 wurde L. an die Spitze der Finanzverwaltung berufen, welches Amt er 15. Nov. mit dem Portefeuille des Innern vertauschte. Doch schon 14. Dez. 1848 legte L. seinen Posten nieder. Der unerwartete Rücktritt dieses durch Rechtschaffenheit und gemäßigten Liberalismus ausgezeichneten Mannes erregte großes Aufsehen. Als regelmäßig wiedergewähltes Mitglied der bayr. Abgeordnetenkammer wurde L. mit Graf Hegnenberg Führer der liberalen Opposition gegen die Reaktion des Ministeriums Pfordten. Treu dem sog. großdeutschen Prinzip, ward er 1862 einer der Gründer und Vorstände des Deutschen Reformvereins. L. starb 10. Okt. 1866 zu Berchtesgaden infolge eines Sturzes.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 18Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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