Lerchenfeld (Maximilian Emanuel von), bayr. Staatsmann, geb. 16. Nov. 1778 zu Ingolstadt, besuchte das dortige Gymnasium und die Universität, später die diplomatische Schule in München, trat dann als Rat in die bayr. Landesdirektion in Ulm ein, war 1807—8 bayr. Gesandter in Stuttgart, bekleidete in den folgenden Jahren die Stelle eines Generalkommissars in den neuerworbenen bayr. Landesteilen und übernahm 1814 die Verwaltung des Großherzogtums Würzburg, in welcher Stellung er sich große Verdienste um die Ordnung des würzburgischen Staatsschuldenwesens erwarb. In das, nach dem Sturze des Ministers Montgelas neugebildete Kabinett wurde er im Febr. 1817 als Finanzminister berufen und war das einzige freisinnige Mitglied desselben. L. wirkte bei der Ausarbeitung des Verfassungsentwurfs mit und erkannte als Finanzminister in der Mitwirkung und Kontrolle der Stände das einzige Mittel, um Ordnung und Sicherheit in den Staatshaushalt zu bringen, der mit einem Jahresdefizit von 3½ und mit einer Schuldenlast von über 105 Mill. belastet war. Nach der Thronbesteigung Ludwigs I. wurde L. aus dem Ministerium entlassen und zum Bundestagsgesandten in Frankfurt ernannt. Im Mai1833erhielt er im Kabinett Wallerstein noch einmal das Finanzministerium, wurde aber schon 1834 als Gesandter nach Wien und 1842 an den Bundestag versetzt. Er starb zu Haynersreuth bei Bamberg 17. Okt. 1843.