Lerdo de Tejada (Sebastian), 1872—77 Präsident der Republik Mexiko, geb. 25. April 1827 zu Jalapa im mexik. Staate Veracruz, wurde 1855 Mitglied des Obersten Justiztribunals und 1857 vom Präsidenten Comonfort zum Minister des Außern und Ministerpräsidenten ernannt, trat jedoch schon nach drei Monaten zurück. Im J. 1861 in den Kongreß gewählt, fungierte er in demselben als Präsident des Abgeordnetenhauses, bis im Mai 1863 die Annäherung der franz. Armee die mexik. Regierung zur Flucht nach dem Norden nötigte. L. folgte dem Präsidenten Juarez als Mitglied der permanenten Deputation und übernahm in San-Luis-Potosi im Sept. 1863 das Ministerium der Justiz, dann das des Außern. Nachdem Maximilian 1867 gefaängen worden war, bestimmte besonders L. den Präsidenten Juarez dahin, den Kaiser erschießen zu lassen. Hierauf übernahm L. den Vorsitz im Obersten Justiztribunal. Bei der Präsidentenwahl 1871 stand L. nebst dem General Porfirio Diaz als Gegenkandidat dem bisherigen Präsidenten Juarez gegenüber, unterlag zwar gegen letztern, übernahm aber, als dieser 18. Juli 1872 starb, als provisorischer Präsident die Regierung und 49105- auch bei der im Herbst 1872 stattfindenden Wahl die definitive Bestätigung in der Präsidentenwürde. Am 24. Juli 1876 wurde L. zum zweiten mal gewählt, und der Kongreß sprach sich 29. Okt. 1876 mit 131 gegen 45 Stimmen zu Gunsten dieser von Iglesias angefochtenen Wahl aus. Jetzt erhoben sich aber Iglesias und Porfirio Diaz gegen L. Diaz besiegte die Regierungstruppen 15. Nov. und rückte 1. Dez. 1876 in die Hauptstadt ein. L. entkam nach den Vereinigten Staaten.