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ErdkundeBrockhaus 1882

Leubus, vormals berühmte Cistercienserabtei im Wohlauer Kreise des Regierungsbezirks Breslau in der preuß. Provinz Schlesien, 45 km im NW. von Breslau am rechten Ufer der Oder, deren Abt einer der ersten Stände des Fürstentums Wohlau war, soll um 1050 durch Kasimir I., König von Polen und Herzog von Schlesien, gestiftet und dem Benediktinerorden gewidmet worden sein. Herzog Boleslaw besetzte 1175 die Abtei mit Cisterciensermönchen aus dem Kloster Pforta in Sachsen. Im Hussitenkriege wurde 1432 das Kloster zerstört und im Dreißigjährigen Kriege die Bibliothek von den Schweden nach Stettin gebracht, wo sie später verbrannte. Das prächtige, ein schönes Viereck bildende Abteigebäude, in seiner jetzigen Gestalt aus den J. 1695—1740 herrührend, umfaßt den durch Pracht und Schönheit seiner Verhältnisse ausgezeichneten Fürstensaal nebst der Klosterkirche, die reich an Denkmälern hier bestatteter Fürsten, sowie an Gemalden Willmans (1629—1706) ist. Nach der Aufhebung des Klosters 1810 wurde ein Domänenamt, 1817 ein königl. und 1830 eine Provinzial-Irrenanstalt hierher verlegt. Das neben dem Kloster liegende Pfarrdorf Kloster-Leubus mit (1880) 1983 E., sowie der etwas südlichere Flecken L. oder Städtel-Leubus mit 639 E. haben ergiebige Weinberge.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 33Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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