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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Libanins, Sophist des 4. Jahrh. n. Chr., geb. 314 n. Chr. zu Antiochia in Syrien, begab sich 336 nach Athen, trat um 340 zu Konstantinopel als Lehrer auf, wurde aber, von dem Hasse der übrigen Sophisten verfolgt, der Magie angeklagt und aus Konstantinopel verwiesen. Er wendete sich nun nach Nikomedien, wo er bis 350 wirkte. Dann nach Konstantinovel zurückberufen, lehrte er dort, bis er 353 oder 354 dauernd nach seiner Vaterstadt Antiochia übersiedelte, wo er als weitberühmter Professor der Rhetorik wohl bis 395 n. Chr. lebte. Von seinen zahlreichen, großenteils noch vorhandenen Schriften, die ein ziemlich treues Abbild antiker Kunstform und Anmut gewähren, sind seine Reden, Deklamationen, rhetorischen Vorübungen, die Inhaltsanzeigen zu den Reden des Demosthenes und Briefe hervorzuheben. L.' Reden und Deklamationen wurden von Reiske (4 Bde., Altenb. u. Lpz.1791—97), die Briefe von J. C. Wolf (Amsterd. 1738) herausgegeben, eine neu aufgefundene Rede von Siebenkees in den Anecdota Graecay (Nürnb. 1798), eine Deklamation von Boissonade in den Anecdota Graeca (Bd. 1, Par. 1829), zwei weitere unedierte Deklamationen von Förster im Hermeso (Bd. 9, Berl. 1875). Vgl. Sievers, Das Leben des L.» (Berl. 1868); Förster, „Francesco Zambeccari und die Briefe des L.» (Stuttg. 1878).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 49Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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