in nicht gewünschtem Sinne, weil dann der Druck von außen in die Heizkammer fehlt, wo nicht Pulsion mittels elementarer Kraft vorhanden. Staubfrei ist ferner die Luft in den Räumen, weil Kohle und Asche nur im Keller bewegt werden. e. Frei von Kohlenoxyd ist die Luft nach den Untersuchungen von Wolfhügel, Gottschalk, „ Vogel, Kämmerer, von Fodor, M. Gruber u. der Diskussion im hygienischen Kongreß (Wien 1881), s. auch d. Art. Ofen. Wird zudem das Glühen der Ofenflächen, wie bei guten Apparaten (3. B. von Heckmann, Zehender und GKäuffer in Mainz), absolut vermieden u. überhaupt hohe Temperatur derselben, so bleibt die Luft unter allen Umständen in ihrem normalen Zustand unverändert. 2. Gleichmäßige Wärme im himmer. a. Im horizontalen Sinne ist es so warm fast am Fenster wie an der Zwischenwand, weil die warme Luft nach den kältesten Stellen von selbst hingelangt, um dort den durch Niedergehen der sich abkühlenden Luft nothwendigen Ersatz zu schaffen; dabei kann auf Wunsch durch Einschließen des Warmluftkanales in einen Mantel von Blech oder Guß vom Fußboden des Zimmers bis zur Ausströmung eine gelind strahlende Fläche geboten werden, weil Mancher von Zeit zu Zeit das Bedürfnis fühlt, den Rücken oder die Hände an einen warmen Gegenstand zu bringen; s. Fig. 2559. Der Mantel kann, in Säulenform gehalten, als Zimmerschmuck dienen, entweder als freistehende Säule od. Halbrelief, kann aber auch, z. B. in Schulen, ganzflach in Pfeitätsbibliothek Heidelberg LODF lerform oder gar bündig mit der Wand gemacht werden. Dabei trifft man gern die Anordnung so, daß Zimmerluft mit in Eirkulation kommt, von der eintretenden aufsteigenden warmen Luft emporgerissen, wodurch die Temperaturdifferen zwischen Decke u. Fußboden noch mehr reduzirt, der Fußboden noch wärmer wird. — Sollte Staubaufwirbelung zu befürchten sein, so verzichte man auf die Cirkulation der Zimmerluft und lasse den Mantel unten geschlossen. b. In vertikaler Richtung haben viele offizielle Untersuchungen u. Käuffers Messungen gezeigt, daß bei den neueren Luftheizungen die Temperaturdifferenz pro Meter Höhe 2, höchstens 2,, Grad Celsius beträgt, während bei Wasserheizungen die Differenz über 5 Grad schon betrug. Bei der Vervollkommnung, siehe Fig. 2559, ist Herabdrückung der Differenz unter 2 Grad sogar erreichbar, bei geringer Außenkälte noch viel weniger. 6. Die Temperaturschwankungen in gleicher Höhe, z. B. um 8 Uhr und um 12 Uhr, erwiesen sich bei den von den Lehrern in sehr gewissenhafter Weise gemachten Messungen in 40 Staatslehranstalten Sachsens (Winter 1880—81) als die geringsten bei Luftheizungen im Vergleich zu allen anderen Heizmethoden. 3. Gleichmäßige Erwärmung aller Zimmer ist durch L. am vorzüglichsten zu erreichen, weil hierder Träger der Wärme nicht aus einem Zimmer in das andere geht, wie fast stets bei der Wasserheizung, sondern weil die Luft immer mit der ihr in der Heizkammer gegebenen Wärme direkt durch jeden der zu beheizenden Räume geschoben wird. 4. Cemperatursteigerung und Ahnahme ist, wie bei keiner anderen Beheizungsmethode, ganz nach Wunsch, rasch oder langsam zu erzielen; will man dem Zimmer keine warme Luft mehr zuführen, so schließt man einfach die Warmluftklappe. 5. Starke Erwärmung und schwache Lüftung oder schwache Erwärmung und starke Lüftung kann durch Stellen einer Klappe an der Heizkammer jedem Raum nach Vorschrift zuertheilt werden. Diese, in solcher Einfachheit von Käuffer eingeführte Neuexrung ist von bedeutendem Werth für die L. „sie bietet nun Dasselbe, was die theurere Wasserheizung nur durch eine weitere Vertheuerung — Trennung der Heizung von der Lüftung — bieten kann. Es ist für Schulen, Krankenräume, Bureaus etc., kurzüberall, wo ein Minimum von Luftwechsel ganz unbedingt eingehalten werden soll, durchaus falsch, gleichmäßige Wärmevertheilung in die einzelnen Räume durch Verengung derjenigen Kanäle zu erreichen, die die von ihnen beheizten Räume zu schnell erwärmten. Durch diese Art Regulirung wird wohl die Erwärmung erniedrigt, aber gleichzeitig im selben Maäße die Lüftung vermindert. Es soll der Kanal nicht weniger Luft (hier also zu warm) liefern, sondern es soll dem Zimmer die vorgeschriebene Luftmenge, aber weniger warm, zugeführt werden. Dies ist hier in der Heizkammer durch Justiren der Mischung zu bewirken, nicht durch Verengung des Kanales. Es ist deshalb falsch, nach dem mehrfach angegebenen Schema: die Kanäle zu verengen. (2 bed e bezeichnen hier die Kubikräume der Zimmer A, B, O, D, Hund 8ds bezeichnen die gesundenen Temperaturzunahmen, m die gesamte Durchschnittssteigerung pro Stunde). Nur Mangel des nöthigen Wissens konnte Veranlassung werden zu Anlage und Anpreisung von Luftheizungen, die bei größeren Lustgeschwindigkeiten in den höheren Stockwerken im Vergleich zu den unteren (3,½8 W. gegen 2,3 m.) eine geringere Lufterneuerung in gleichgroßen, von gleichviel Personen besetzten Schulräumen ergaben, nämlich 4,2fache im unteren und nur 3, fache im oberen Stockwerke. Heute ist man in der Lage, auf nur wenige Prozente Differenzen genau das verlangte Minimum der Lüftung in jedem Raum bei gleichen Temperaturen in den verschiede-HEK ERG O Universitätsbibliott nen Räumen und gleicher Temperatursteigerung zu erreichen. Dergleichen Anlagen sind immer sozu konstruiren, zu berechnen, daß wenigstens noch bei außen + 105, also auch bei dieser geringen Temperaturdifferenz gegen innen das verlangte Minimum des Luftwechsels erreicht werde. Will man im Interesse einer guten Lüftung noch größere Kanalquerschnitte zulassen, so ist auch dieses Minimum bei außen + 12, + 15 Grad zu erreichen, wenn es in den Räumen 18° O. warm ist, wo Aspirations⸗ und Lockkamine nicht gewünscht werden. Verlangt man eine in diesem Sinn genau justirte L., so sind, wie Fig. 2560 dies im Prinzip anzeigt, die Warmluftkanäle in den Heizkammerwandungen oft bis zur Kanalsohle hinabzuführen, um dem einen Zimmer mehr kalte u. weniger warme Luft, dem andern umgekehrt mehr warme und weniger kalte zuzuführen, und es müssen die Kosten für die Stellbleche zur Mischung sowie für die nachherige Justirung nicht gescheut werden. Die Konstruktion ist dann wegen vollständiger Mischung komplizirter als in der Zeichnung, doch konnten wir die verschiedenen Details in dem kleinen Mäßstab nicht einzeln genau wiedergeben. Dies ist weit richtiger, als das bisherige Tiefer⸗ u. Höherlegen derKanalmündungen; in den Heizkammern, weil hier alle Kanäle von der wärmsten u. feuchtesten Luft zuertheilt erhalten, u. hiermit ist endlich auch erreicht worden, daß nach Norden liegende Zimmer nichtstärker ventilirt werden als nach Süden liegende, bei gleichweiten Kanälen im selben Stockwerk u. für dieselbe Luftmenge. Weitere Kanäle für die Zimmer nach Norden anzulegen, ist ganz falsch — eher müßten die Zimmer nach Süden weitere Kanäle erhalten, weil hier die Luft, weniger erwärmt, langsamer fließt. — Bei Ausschreibung von Submissionen muß, weil sonst, um der Billigkeit willen, zum Schaden des Empfüngers diese Einrichtung weggelassen wird, ausdrücklich „justirte Heizung“ verlangt werden. (Ein solches Justiren der ganzen Anlage ist auch nach Fertigstellung derselben möglich, dafern eine nicht justirte Anlage sich als ungenügend erweist, da man jeder Warmluftausströmung Regulirungsklappen geben und so ein Reguliren der Temperatur für jeden einzelnen Raum in der bisherigen Weif ermöglichen kann.) Es bietet diese Justirung den bes. für Schulen und Krankenräume sehr wesentlichen Vortheil der gleichen Erwärmung bei sicherer Einhaltung der vorgeschriebenen Ventilationsmenge in jedem beheizten Raum — genau nach dem aufgestellten Programm. — 6. Das untere Stockwerk wird bei der neuen Anlage der L. so schnell und nicht weniger warm als das oberste, entgegen dem bisher der L. nicht ohne Begründung gemachten Vorwurf, daß die oberen Stockwerke schneller warm u. wärmer würden als die unteren. Bei geöffneten Warmluftklappen in den Zimmern, unter Einhaltung der nöthigen Lüftungsmenge, erhält man gleiche Temperatursteigerung u. gleiche Temthek Heidelberg * peratur während der Heizzeit in allen Räumen, bei justirter Anlage. — 7. Unabhängigkeit von der äußeren Windströmung erreichen die neueren Techniker vorzüglich durch eigenartige Luftzuführung zur Heizkammer. Die hierfür verlangtenKanalanordnungen, mit Luftkammern an jedem Ende des dann quer durchs Haus geführten Kaltluftkanales, erscheinen Vielen heute noch als unnöthige Vertheuerung, doch erwägen und schätzen diese nicht den ganz eminenten Werth dieser Mehrausgabe. Niemand folgt, die Hand an der Kaltluftklappe, jeder Aenderung der äußeren Luftbewegung, um bei momentaner Ruhe zu öffnen, bei plötzlich auftretendem Windstoß mehr zu schließen etc., was man bei einer einseitig im Haus liegenden Luftzuführung — mit oder ohne Luftkammern — thun müßte, um einen ruhigen Gang, ohne kalte Strömungen zu erhalten. Auch liegt dann oft die Luftkammer auf der dem Winde abgewendeten Seite und es wird in den dem Winde gegenüberstehenden Zimmern nicht warm. Aus diesen Gründen projektirt man stets, wo es nur irgend ausführbar, zwei Luftkammern, auf entgegengesetzten Seiten des Hauses je eine, oder eine centrale Luftkammer mit Zuführung von zwei entgegengesetzten Seiten des Hauses, weil nur so und mit Hülfe dieser eigenthümlichen Kanalanordnung ohne Klappenstellung eine ruhig arbeitende Luftheizung erreichbar ist. Man lasse sich hiervon durch niemand abrathen. — 8. Absolnte Gefahrlosigkeit; das Einfrieren, das bei Wasserheizungen, oder das Explodiren, das bei Wasser⸗ und Dampfheizungen doch, wenn auch sehr selten, vorkommt, ist bei der direkten L. gar nicht möglich. — 9. Begueme, durchaus einfache Bedienung des Ofens und der Anlage bietet in solcher Weise keine andere Heizung; ein besonders geschulter Heizer ist durchaus unnöthig. Bei Beendigung der Heizung, abends (mit Ausnahme bei Krankenräumen), schließt man die Warmluftklappen und die unteren Klappen der Abfuhrkanäle, so viel die Konstruktion derselben es zuläßt. Früh öffnet man die Warmluftklappen der zu beheizenden Zimmer, nachdem der Ofen in Gang, u. ebenso die unteren Klappen der Abfuhrkanäle — im strengen Winter zur Hälfte, bei gelinder Kälte zu zwei Drittel und im Frühjahr, Sommer und Herbst ganz. Die Thürchen unter der Decke in den Abfuhrkanälen öffne man während der Heizzeit nur momentan, um sich übergroßer Wärme zu entledigen, im Sommer dagegen lasse man sie stets geöffnet, Tag und Nacht. Der Kaltluftschieber wird abends geschlossen (mit Ausnahme bei Krankenräumen) und früh beim Anheizen geöffnet. Beim Ameublement der beheizten Räume ist nur Eines, aber dies mit absoluter Strenge, zu beachten, d. i. es dürfen die Füße des Nächstsitzenden von der unteren Mündung des Abfuhrkanales nicht weniger als 1 m. entfernt sein, und dies ist überall, selbst in Volksschulen, leicht zu befolgen. — 10. Geringe Anschaffungskosten und ebenso geringe Betriebskosten, da die L. in jeder Hinsicht die billigste Centralheizung ist und am wenigsten Kohlen verbraucht. — 11. Reinheit der Kuft in der Umgebung infolge Anwendung möglichst eußfreier Feuerung, was bei vielen kleinen Feuerungen (Einzelöfen) in solcher Weise nie zu erreichen ist. Noch ist zu erwähnen, daß man Häuser oder Zimmerkomplexe bis zu 36 uu. Länge und Breite bei genügend tiefem Keller eventuell von einer Heizkammer aus beheizen kann, zumal bei Anwendung der Käufferschen Mischklappe, s. Fig. 2560. Dies sind Thatsachen, die die in der letzten Zeit ausgeführten Anlagen mehr und immer mehr bestätigen, es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß die L. unbestritten den ersten Rang einnimmt und daß sie nur bei weit ausgedehnten Komplexen durch die Dampf⸗ resp. die Dampfluftheizung ersetzt werden kann und nur bei hohen Kirchenräumen durch die Kanalheizung. Da richtig angelegte L. durchaus gesunde Luft liefert und, wenn auf Ventilation eingerichtet, genügenden Luftwechsel in den beheizten Räumen bewirkt, so kann man Unbeschadet für HEIDELBERG O Universitdie Gesundheit der Bewohner dichtes Material zu den Mauern verwenden. Dichtes Mauermaterial verdient sogar hier den Vorzug, weil Unreinlichkeiten sich nicht darin abstreifen u. weil sie äußeren Winddruck in den dem Wind jedesmal zugekehrten Räumen nicht fühlbar machen. Bei Häusern mit L. empfiehlt sich demnach der Oelfarbenanstrich, der bei nicht ventilirten Räumen zu vermeiden ist. Bei den ersten Konstruktionen (1866 ff.) war viel Heizfläche in kleinem Raum zusammengebaut u. die Apparate wurden noch innerhalb der Heizkammern entrußt. Man gab damals vielfach allgemeine Regeln. Die Leitungskanäle z. B. sollten in Mittelmauern liegen u. von 400 bis 800 em. Querschnitt haben; die Zurückleitungskanäle für die kalte Luft aus den Räumen zurück nach der Heizkammer könnten in den Umsassungen liegen u. müßten etwa / bis ½ größeren Querschnitt haben als die der warmen. Wenn der Ofen nicht von der zurückströmenden Luft, sondern aus der Atmosphäre gespeist werde, so sei der Querschnitt des Zuleitungskanals fast gleich dem Raum sämtlicher Warmluftkanäle In der Heizkammer müsse zwischen Ofen u. Umfassungswand 30 bis 45 em. Zwischenraum sein, die Umfassungswände seien doppelt, die äußere nicht über 30 ëm. stark. Man nahm ½¼ Am. Ofenfläche auf 15—18 cbm. des zu heizenden Raumes an. Die Züge könnten von Ziegeln ausgeführt werden bis zu einer Länge von 9 w. und sollten dann 540—680 gem. Querschnitt erhalten; fertige man sie aber von Eisen, 2½ —3mal auf⸗ u. niedergehend, so gebe man ihnen 15 — 25 em. Durchmesser u. mache sie im ganzen bis zu 7 m. lang. Der Ofen sei nicht über 70 em. breit. Man brauche auf 1000 ebm. zu heizenden Raum 850 bis 900 Chamotteziegel, 12 CEtr. Chamottemehl u. eben so viel Thon. Doch rieth man, den Ofen eher etwas größer als zu klein zu machen. Oefen aus miltelhart gebrannten Steinen konstruirt, seien den gußeisernen vorzuziehen. Die Umfassungen letzterer müßten stets 12—25 mm. starkk gemacht werden, da sonst die zu heizende Luft zu sehr ausgedörrt werde und dadurch der Aufenthalt in luftgeheizten Zimmern der Gesundheit schädlich sei. Die Gesamtlänge der Heizkanäle im Ofen könne bis 18 m. betragen. Einwirkend sei auch die Höhe des Schornsteins. Sei diese zu gering, so könne man sich durch Erweiterung des Essenschlottes helfen. Die Ausmündung der erwärmten Luft sei in den unteren Stockwerken möglichst hoch, bei den höheren Stockwerken immer niedriger, bis zu 30 em. vom Fußboden zu stellen. Kanäle für die aus dem Zimmer zu führende kalte Luft müßten dicht über dem Fußboden der Zimmer beginnen und am Fuß der Heizkammer enden. Die Veröffentlichung dieser und ähnlicher Vorschriften führte dazu, daß Nichtfachleute nach ihnen Heizungen einrichteten, natürlich meist grundfalsch. — Die Schuld des Mißlingens wurde dann auf das System geschoben und dieses mit Unrecht geschmäht. — Hätte man sich, wie wir es rathen, an hervorragende Spezialisten gewendet, so wäre das System nie diskreditirt worden. Als aber das Bedürfnis sich geltend machte, die Apparate von außerhalb der Heizkammer entrußen zu können und durch mög-RG O Universitätsbibliothel Vertheilung der Heizflächen in der Heizkammer der zu erwärmenden Luft zu heiß zu machen,