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ErdkundeBrockhaus 1882

Liestal, Hauptstadt des schweiz. Kantons Basel-Land, liegt 330 müber dem Meere, 12 km südöstlich von Basel auf dem linken Ufer der Ergolz an der Bahn Basel-Olten, von der hier eine Straßenbahn nach Waldenburg am Obern Hauenstein abzweigt, besitzt ein stattliches Regierungsgebäude, ein Gemeindehaus, zwei Kirchen, ein großes Schulhaus, ein Spital, eine Strafanstalt, zwei Banken, mehrere Fabriken und Gasthöfe und als eidgenössischer Waffenplatz eine große Kaserne und zählt (1880) 4679 meist reform. E., deren Haupterwerbsquellen neben Feld⸗ und Weinbau, Kleingewerbe und Handel die Seidenbandweberei und die Wollindustrie sind. Die bekanntesten Punkte der anmutigen, wald- und wiesenreichen Umgebung sind das Kurhaus Bienenberg (1884 abgebrannt), 431m über dem Meere, 2 km nordwestlich von L. auf einer aussichtsreichen Jurahöhe gelegen, und das Bad Bubendorf (s. d.). — Im Mittelalter war L. eine Besitzung der Grafen von Frohburg, ging von diesen an die Grafen von Homburg, 1305 an die Bischöfe und 1400 durch Kauf an die Stadt Basel über, gegen deren Herrschaft sich L. im schweiz. Bauernkriege 1653 erfolglos auflehnte. Auch 1798 war L. der erste Ort der Landschaft, der die städtische Herrschaft abwarf, und 1830 ging von hier die Bewegung aus, die 1833 mit der Trennung des Kantons Basel in die Halbkantone Basel-Stadt und Basel-Land endigte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 70Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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