Ligustrum L. (Liguster), Pflanzengattung aus der Familie der Oleaceen. Man kennt gegen 25 Arten, die vorzugsweise in dem wärmern Teil der gemäßigten Zone in Europa und Asien vorkommen. Es sind Sträucher und Bäumchen mit kleinem, schwach vierzähnigem Kelche, vierspaltiger, trichteriger Blume, zwei aus der Röhre vorragenden Staubgefäßen und zweifächerigen Beeren. Die Blätter sind gegenständig, ganzrandig und die Blüten weiß, in endständigen Rispen. Der gemeine Liguster oder gemeine Hartriegel, auch Rainweide und Spanische Weide (L. vulgare L.) genannt, ist ein 155 bis 5m hoher, in Gebüschen und an Waldrändern des mittlern und südlichern Europa wild wachsender Strauch mit abfallenden, kahlen, lanzettigen Blättern und erbsengroßen, schwarzen, selten weißen, gelben oder grünen Beeren. Die weißen, selten hellgelben Blüten riechen stark und widrig-süßlich. Die gelind zusammenziehenden Blätter waren sonst in der Heilkunde gebräuchlich, und die unangenehm schmeckenden Beeren werden zum Rot-, Blau- und Schwarzfärben gebraucht. Das harte Holz dient zu Drechslerarbeiten und zu hölzernen Nägeln für Schuhmacher. Auf diesem Strauche, welcher oft zu Hecken benutzt wird, da er den Schnitt gut verträgt, wie auch auf Hollunder (Syringa) lebt die Raupe des schönen Ligusterschwärmers (Sphinx Ligustri), der zu den größten Abendschmetterlingen Deutschlands gehört.