FeedLiimfjord
ErdkundeBrockhaus 1882

Liimfjord, dem Namen nach ursprünglich ein langgestreckter Meerbusen, jetzt eine Meerenge, welche, vom Kattegat zum Westmeere oder der Nordsee reichend, den nördlichsten Teil der dän. Halbinsel Jütland (s. d.), fast das ganze Stift Aalborg, zur Insel macht, 165 km lang ist und einen Flächengehalt von 1460 akm hat. Die Meerenge bildet zwischen zerrissenen Küsten viele Seitenarme und beträchtliche Bassins (Bredninger), umspült mehrere Landzungen und Inseln und hat überall ansehnliche Tiefe, außer an den Ausmündungen, im Osten bei Hals und im Westen bei Agger (nur 2,5 m), sowie in der Mitte, 5,5 km westlich von Lögstör, wo durch den eingewehten Flugsand des Westmeers eine nur 1m tiefe Stelle entstand, die jetzt aber durch den 4½4 Km langen, 3 m tiefen und auf dem Grunde 16 m breiten Friedrich VII. Kanal umgangen ist. Unter den Inseln im Innern des L. ist die größte Mors im Amte Thisted, die auf 361 àkm 18933 E. zählt und auf welcher Nykjöbing (s. d.) liegt. Am L. liegt der wohlhabende Flecken und Ladeplatz Lögstör mit (1880) 1388 CE. Bis zum L. drang Kaiser Otto I. 947 vor, und eine Stelle, der Halbinsel Thyt gegenüber, erhielt von des Kaisers Gegenwart den Namen Ottensund oder, als Bezeichnung einer Uferstelle, Ottensand. Die schmale Nehrung (Tange), welche einst den L. von dem Westmeere trennte, ist im Laufe der Jahrhunderte vielen Verwüstungen und Umwälzungen durch Flugsand, überschwemmungen und Durchbrüche ausgesetzt gewesen, welche letztere jedoch nach kurzer Zeit durch Meeressand wieder verstopft wurden. Aber die gewaltige Sturmflut der Nordsee vom 3. Febr. 1825 zerstörte bei dem im Norden von Harboöre gelegenen Dorfe Agger die schützende Dünenreihe und öffnete einen großen Kanal in den L., der sich nach und nach bis über 300 m Breite und 2,5 m Tiefe erweitert hat. Es ist dies der Aggerkanal oder Aggerminde, welcher 1835 der Schiffahrt eröffnet wurde, aber bald danach wieder durch Sand so verstopft wurde, daß die Schiffahrt 1864 beinahe ganz aufgehört hatte. In neuerer Zeit hat das Meer einen neuen, 2—3 m tiefen Kanal, Thyborönkanal, eröffnet, welcher aber wahrscheinlich auch bald versandet sein wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 74Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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