FeedLinköping
ErdkundeBrockhaus 1882

Linköping, Hauptstadt des nach ihr benannten schwed. Län, liegt in fruchtbarer Gegend links am Stäng-än, der nordwärts in den nahen See Roxen fließt, und ist Station der Linie Katrineholm-Näßjö (Ostbahn) der Schwedischen Staatsbahnen. Die Stadt, Sitz des Landeshauptmanns und des Bischofs, ist regelmäßig und schön gebaut, hat meistens hölzerne Häuser, schöne Märkte und offene Plätze, treibt Handel und Gewerbe und zählt (1883) 10077 E. Der Ort besitzt drei Kirchen, darunter die Domkirche im roman. Stil aus dem 12. Jahrh., die schönste in Schweden, mit prächtigen Denkmälern und Gräbern berühmter Personen, jetzt nach sorgfältiger Restauration (1849 — 70) ihrer Vollendung nahe; ferner ein Gymnasium mit einer Bibliothek von 30000 Bänden, darunter eine große Bibelsammlung, ein Münz⸗, Naturalien⸗ und Antiquitätenkabinett, und ein Schloß aus dem 15. Jahrh. Der 1871 vollendete, etwa 80 kmelange Kindakanal verbindet L. und die höher gelegenen Seen im S. — L. ist eine der ältesten Städte Schwedens und war schon in der heidnischen Zeit der wichtigste Platz der Provinz. In ihr wurden auch mehrmals Reichstage und 1152 ein Konzil gehalten. Die Stadt ward 1567 von den Einwohnern selbst verbrannt, aus Furcht vor den Dänen, und 28. Sept. 1598 kam daselbst nach einer Niederlage Sigismunds nahe bei L. der Waffenstillstand zwischen Herzog Karl und König Sigismund zu Stande. Im März 1600 wurde zu L. ein großer Reichstag gehalten und die Hinrichtung Gustav und Sten Baners, Erich Sparres und Thure Bjelkes vollzogen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 94Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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