Links und rechts, Bezeichnung für die beiden Körperhälften. Der tierische Körper läßt sich durch eine Mittellinie genau in zwei gleiche, symmetrisch gebaute Hälften zerlegen, welche als rechte und linke Körperhälfte bezeichnet werden. Die äußerlich sichtbaren Körperteile sind daher entweder doppelt vorhanden (Gliedmaßen, Augen u. s. w.), oder ihre beiden Hälften sind zu einem unpaarigen, in der Mittelebene des Körpers gelegenen Teile verwachsen (Brustbein, Kopf u. s. w.). Dabei sind die paarigen Teile bis auf geringe Unterschiede nahezu gleich ausgebildet. Anders verhält es sich mit den im Innern gelegenen Organen. Wenn auch einige, wie das Gehirn, unpaarig symmetrisch gebaut, andere, wie die Nieren, die Hoden, doppelt vorhanden, findet man doch die meisten andern nur unsymmetrisch. Schon die Lungen zeigen einen solchen Unterschied, insofern die rechte Brusthöhle drei, die linke nur zwei Lungenlappen enthält. Gewisse Unterleibsorgane, wie die Leber und der Magen, liegen mit ihren Hauptmassen in der einen Körperhälfte, andere nur in der andern (Herz und Milz links). Es kommen aber auch ungewöhnliche Fälle vor, in welchen man die Organe rechts findet, welche bei den meisten links liegen, und umgekehrt, und zwar betrifft dies entweder bloß die Organe der Brusthöhle oder der Bauchhöhle, oder beide zugleich (transpositio viscerum oder situs inversus). Die beiden Körperhälften der Menschen haben auch nicht dasselbe Gewicht; ziemlich beständig überwiegen die Dimensionen der rechten Körperhälfte, was sich nicht ausschließlich aus der vorzugsweisen ÜUbung der rechten Seite erklären läßt; schon in den ersten Tagen der Entwickelung stellt sich beim Embryo eine Verschiedenheit beider Körperhälften dadurch heraus, daß er dem Dotter oder der Nabelblase die linke Körperseite zuwendet, womit die rechte von Anfang an freier und beweglicher wird. Bei den Vögeln und Fischen, deren beide Körperhälften gleiches Gewicht haben müssen, wenn das zum Fliegen oder Schwimmen nötige Gleichgewicht vorhanden sein soll, sind die innern Organe zwar nicht symmetrisch, aber doch so verteilt, daß der Bedingung des Gleichgewichts Genüge geschieht. In der parlamentarischen Sprache pflegt man mit links oder Linke die Oppositionspartei zu bezeichnen, im Gegensatz zur Regierungspartei oder zur Rechten. Diese Ausdrücke kamen zuerst in den franz. Kammern in Aufnahme und entsprachen der Sitzordnung, welche die polit. Parteien nahmen. Links und rechts sind vom Präsidentenstuhl aus aufzufassen.