Liscow (Christian Ludw.), verdienter deutscher Schriftsteller, geb. Ende April 1701 zu Wittenburg im Mecklenburgischen, stu te in Rostock, Jena und Halle die Rechte, war 1729 Hauslehrer in Lübeck, bekleidete seit 1734 verschiedene Stellungen als Privatsekretär und Legationssekretär, trat 1741 in sächs. Dienste und wurde 1745 Kriegsrat. Um dieselbe Zeit heiratete er eine Witwe, die ihm das Gut Berg vor Eilenburg einbrachte. Wegen unvorsichtiger Außerungenüber die Verwaltung Brühls ward er 1750 seines Amtes enthoben und angewiesen, Dresden zu verlassen. Seitdem lebte er mit kurzer Unterbrechung auf seinem Gute, wo er 30. Okt. 1760 starb. L. ließ seit 1732 verschiedene satirische Schriften erscheinen, die er 1739 in der „Sammlung satirischer und ernsthafter Schrifteno vereinigte; die neue, von Müchler besorgte Ausgabe derselben (3 Bde., Berl. 1806) ist mangelhaft. An der Echtheit der 1803 von Pott herausgegebenen Schrift Iuber die Unnötigkeit der guten Werke zur Seligkeito zweifelt man. L. gehört zu den besten deut1schen Prosaisten vor Lessing. 27 die Biographien L.s von Schmidt von Lübeck (Altona 1827), Helbig (Dresd. 1844) und Lisch (Schwer. 1845); Litzmann, (C. in seiner litterarischen Laufbahno (Hamb. 1883).