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ErdkundeBrockhaus 1882

Lokris nannten die Alten zwei räumlich getrennte Landschaften des mittlern Griechenland, welche beide von dem zum lelegischen Stamme gehörigen Volke der Lokrer bewohnt wurden. Die westlichere Landschaft, am Korinthischen Meerbusen zwischen Atolien, Doris und Phokis gelegen, wird ganz von rauhen und wilden Gebirgen, die zum Gebirgssystem des Parnassos und des Korax gehören, eingenommen; nur im östlichsten Teile, an der Grenze von Phokis, findet sich eine größere fruchtbare Ebene, die im Altertum zum Gebiet der Stadt Amphissa (s. d.) gehörte. Die Bewohner der Landschaft, die hesperischen (westlichen) oder ozolischen (Stink-Lokrer genannt, lebten hauptsächlich von Viehzucht und Jagd und waren als roh und räuberisch verrufen. Ihr in alten Zeiten blühender Seehandel wurde durch die Korinther und durch die Athener, die sich im westlichsten Teile des Landes, besonders in Naupaktos festsetzten, bedeutend beeinträchtigt. Das östliche L. ist ein etwa 75 km langes und durchschnittlich 11 km breites, anmutiges und größtenteils fruchtbares Küstenland, welches sich nördlich von Phokis und der westl. Hälfte Böotiens am Euböischen Meere hinzieht. Seine Bewohner werden eöische Landsch oder, nach der im ööstlichern Teile der andschaft gelegenen Hauptstadt Opus, opuntische Lokrer genannt. Die Bewohner des nordwestlichern, unterhalb des Bergs Knemis (leiner Teile der des Ota und Kallidromon) gelegenen eils der Landschaft wurden auch epiknemidische oder hypoknemidische Lokrer genannt. Der Nationalheld der östl. Lokrer, dessen Bild auch auf ihren Münzen erscheint, war der in der Ilias öfters erwähnte Aias, Sohn des Oileus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 160Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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